Ferensporn: durch einen Knochenauswuschs schmerzt die Ferse bei jedem Schritt

Fersensporn: Reissnagel im Fuss

Mit einem Fersensporn wird jeder Schritt zur Qual. Es schmerzt aber nicht der Knochenauswuchs, sondern die Entzündung. Schonung, einfache Übungen oder Kortison helfen.

Der Wecker klingelt, kurz recken und strecken, Decke zurückschlagen. Dann die Beine aus dem Bett schwingen, aufstehen und dabei mit dem vollen Gewicht auf einen Reissnagel treten. So fühlt sich für viele Betroffene ein Fersensporn an. Sie leiden vor allem nach einer langen Gehpause an starken Schmerzen. Der Knochenauswuchs entsteht nach einer Überlastung der Sehnenplatte in der Fusssohle. Denn dann wird der Sehnenansatz an der Ferse so stark beansprucht, dass kleine Risse auftreten. Das reizt Gewebe und Knochenhaut, und es entsteht eine Entzündung. Daraufhin lagert der Körper Kalk in der Sehne ab – im Bestreben, die kleinen Risse zu heilen und die Sehne zu verlängern. Aus diesen Ablagerungen wächst mit der Zeit ein Fersensporn. Es ist auch möglich, dass zuerst ein Fersensporn entsteht, der daraufhin die Sehne reizt. Ausserdem kann der Fersensporn auch angeboren sein.

Man unterscheidet zwei verschiedene Knochenauswüchse: an der unteren Seite der Ferse und hinten bei der Achillessehne. Manche Varianten des Fersensporns verursachen keine Schmerzen und benötigen deshalb auch keine Therapie.

Operation als letzte Möglichkeit

Schmerzt die Ferse, können orthopädische Fusseinlagen den Druck auf die entzündete Stelle verringern und dadurch die Schmerzen lindern. Andreas Thueler, Chef Rehabilitation und Rheumatologie am KSB, sagt: «Am besten sind viskoelastische Einlagen und Schuhe mit ganz weichen Sohlen.» Silikoneinlagen seien zu hart. Auch Barfusslaufen sei schlecht, da die Ferse dabei ungepolstert auf den Boden tritt. Nehmen die Schmerzen innerhalb von etwa zwei Wochen nicht ab, kann Physiotherapie helfen. So würden Übungen die Fussmuskulatur stärken und Massagen die Verspannungen lösen. Falls auch diese Massnahmen keine Besserung bringen oder der Betroffene die Schmerzen nicht mehr aushält, kann man die Ferse mit Röntgenstrahlen therapieren. Das lindert die Entzündung und hemmt somit die Schmerzen.

Von einer Operation rät Thueler ab: «Der Nutzen dieses Eingriffs ist umstritten.» Besser sei, einmal oder auch mehrere Male Kortison in die entsprechende Stelle zu spritzen. Möglicherweise reisst die Sehne dadurch ein, und die Schmerzen verschwinden. Thueler: «Die Injektion schmerzt kaum, und der Fuss ist später in seiner Funktion nicht eingeschränkt.»

Handelt es sich um einen entzündlichen Fersensporn, sind weitere Abklärungen nötig. Denn dieser kann ein Symptom für eine chronisch entzündliche Krankheit wie Morbus Bechterew oder Psoriasis-Arthritis sein.

Nur passende Schuhe tragen

Gegen Fersensporne kann man auch aktiv etwas tun. Es lohnt sich, nur passende Schuhe zu tragen. Eine plötzlich stärkere Belastung kann der Ferse schaden: Startet man beispielsweise mit Joggen und trainiert zu intensiv, kann das einen Sporn verursachen. Denn Muskeln und Sehnen im Fuss gewöhnen sich nur langsam an die neue, gesteigerte Belastung. Zudem begünstigen auch Übergewicht, langes Stehen oder eine Fussfehlstellung einen Fersensporn.

So trainieren Sie Ihre gesunden Füsse

Mit den Zehen greifen

Setzen Sie sich auf einen Stuhl und legen Sie ein Handtuch auf den Boden. Nun greifen Sie mit den Zehen nach dem Handtuch, heben es auf und lassen es wieder fallen. Wiederholen Sie diese Übung einige Male. Das kräftigt die Fussmuskulatur.

Gegenstand rollen

Setzen Sie sich auf einen Stuhl und rollen Sie mit dem Fuss einen Gegenstand auf dem Boden hin und her. Sie können beispielsweise einen Tennisball oder einen Igelball nehmen. Das kräftigt und lockert Sehnen und Muskeln im Fuss.

Reize schaffen

Füllen Sie einen Eimer mit Kieselsteinen. Setzen Sie sich auf einen Stuhl und treten Sie im Sitzen locker an Ort und Stelle auf die Steine. Stehen Sie nun auf und verlagern Sie das Gewicht, um den Fuss an verschiedenen Stellen zu belasten. Das trainiert Nerven, Muskeln und Sehnen.

Wade dehnen

Setzen Sie sich auf den Boden, die Beine sind gerade ausgestreckt. Legen Sie nun ein Handtuch um den Fuss und ziehen Sie es an den Enden in Richtung Körper. Das Bein bleibt dabei gestreckt, sodass die Übung Muskeln und Sehnen der Wade dehnt.

Was tun?

Sie leiden an einem Fersensporn? Die Spezialisten der Orthopädie beraten Sie gerne zu den notwendigen Massnahmen.

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