Gicht: Kristalle unter dem Mikroskop

Gicht: Schmerzhafte Kristalle in den Gelenken

Leidet jemand an Gicht, setzen sich Kristalle aus Harnsäure in den Gelenken fest. Betroffene leiden unter starken Schmerzen. Auf Schlemmereien mit Fleisch und Alkohol sollten sie verzichten.

Von Gicht geplagte Finger schmerzen schon beim Hinsehen: Die Gelenke sind rot und geschwollen, die einzelnen Glieder unnatürlich gekrümmt. Betroffene können ihre Finger teilweise kaum noch bewegen. Zu stark sind die Schmerzen. Den Grund dafür bilden Kristalle aus Harnsäure, die sich in den Gelenken ablagern.

Gicht entsteht meist während mehrerer Jahre, betroffen sind am häufigsten Männer über 40 Jahre. Die Krankheit entsteht, wenn über längere Zeit eine erhöhte Konzentration von Harnsäure im Blut auftritt, genannt Hyperurikämie. Diese kann mehrere Ursachen haben: Einerseits kann sie angeboren sein, andererseits können die Ess- und Trinkgewohnheiten, aber auch Medikamente einen Einfluss haben. Das wusste man bereits in der Antike: Gicht galt damals als Krankheit der Reichen, bei denen jeden Tag viel Fleisch und Wein auf den Tisch kamen.

Gicht-Vorboten gibt es keine

Ein Gichtanfall tritt meistens plötzlich auf, nicht selten in der Nacht. Beim ersten Schub ist oft das Gelenk des grossen Zehs betroffen: Es schmerzt, schwillt an und ist gerötet. Andreas Thueler, Chefarzt Rehabilitation und Radiologie am KSB, sagt: «Viele Betroffene leiden während mehrerer Jahre immer wieder mal an Gelenkschmerzen, denken sich aber nichts dabei.» Und dann, nach einer Schlemmerei mit viel Fleisch und Alkohol, folgt der erste Gichtschub. Betroffene sollten dann einen Arzt aufsuchen. Mit spezifischen Medikamenten lassen sich weitere Anfälle vermeiden. Zudem können Ärzte die Risikofaktoren für ein Fortschreiten der Krankheit ermitteln. Dies sind: bestimmte Medikamente, Übergewicht, Alkoholkonsum und unausgewogene Ernährung. Um das Gewicht zu reduzieren, sollten Betroffene aber auf keinen Fall eine Crash-Diät beginnen. Denn durch den damit ausgelösten Muskelabbau erhöht sich der Harnsäuregehalt im Blut zusätzlich. Das löst oft einen weiteren Gichtanfall aus.

Kristalle im Blut

Harnsäure entsteht, wenn der Körper sogenannte Purine abbaut. Diese entstehen wiederum beim Abbau von Zellkernen. Purine kommen folglich in jedem Körper vor. Den grössten Teil der Harnsäure scheidet der Körper über die Nieren aus. Tut er das unzureichend oder produziert er zu viel davon, entsteht eine Hyperurikämie. Bleibt dieser Wert über längere Zeit erhöht, können sich kleine Kristalle bilden. Diese lagern sich in Gelenken, aber auch im Gewebe ab. Oft sieht man die Auswirkungen von Gicht besonders an Füssen und Händen. Das hat einen einfachen Grund: Genau wie sich Kochsalzkristalle besser in warmem Wasser auflösen, lösen sich die Harnsäurekristalle besser in warmen Körperregionen auf. Weil Hände und Füsse meist kälter sind als beispielsweise der Rumpf, bleiben sie dort kristallförmig und verflüssigen sich nicht.

Richtig essen kann helfen

Mit der richtigen Ernährungsweise können Betroffene schon viel bewirken. Auch erblich Vorbelastete können damit das Risiko für einen Gichtschub verringern. Folgende Dos and Don’ts geben einen Überblick:

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Leiden Sie an Gicht? Oder litt ein Elternteil daran, und Sie wollen der Krankheit präventiv den Kampf ansagen? Gerne beraten Sie Spezialisten des KSB in der ambulanten Rheumatologie-Sprechstunde.

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