Illustration: So geht Tapen beim Knie - Schritt 3

Tape stützt und nützt –aber nur, wenn man es korrekt aufklebt

Mal sind Tapes farbig, mal weiss, mal kleben sie auf Muskeln und mal auf Gelenken. Uwe Karl Heinz Hallmann, Physiotherapeut am KSB, kennt ihre Chancen und Gefahren. Er zeigt Ihnen, wie Sie das Knie richtig tapen.

Bei Profi- und Amateursportlern gehören die bunten Klebestreifen beinahe zum Tenue. Tapes in verschiedenen Farben und Formen, teilweise kunstvoll zugeschnitten, kleben auf Oberschenkeln, ziehen sich über Schultern, umrahmen Knie und geben Fussgelenken Halt. Einige nutzen sie bei Muskelverletzungen und -verspannungen, andere stützen damit Gelenke oder kleben sich scheinbar Schmerzen weg. «Tapen ist gut, aber kein Wundermittel, stellt Uwe Karl Heinz Hallmann klar. Er arbeitet als Physiotherapeut am KSB und ist international anerkannter Tape-Instruktor. «Als Tape vor gut zehn Jahren nach Europa kam, schrieb man den unterschiedlichen Farben verschiedene Wirkungen zu, dachte, man könne gefühlt alles damit therapieren.» Heute habe sich diese anfängliche Euphorie etwas gelegt. «‹Tape drauf, Problem gelöst› funktioniert nicht. Taping ist keine Behandlung. Aber wenn man’s richtig macht, ist es eine gute Hilfe.»

Anderes Tape je nach Ursache

Es beginnt schon mit der richtigen Wahl des gewobenen Klebebandes. Denn je nach Beschwerden eignet sich ein anderes. Es gibt das farbige, elastische Kinesiotape und das weisse, feste Leukotape. «Wenn man sich irgendwo stösst, dann greift man reflexartig mit der Hand danach, drückt drauf oder reibt die Stelle. So ähnlich funktioniert das Kinesiotape», erklärt Hallmann. Es stimuliert die Durchblutung und verbessert damit die Nährstoffversorgung der betroffenen Stelle. Das elastische Tape eignet sich denn auch bei Schmerzen aufgrund von Überlastung oder bei Verspannungen. So sieht man es oft an Schultern, Oberschenkeln oder am Rücken.

Anders ist es beim Leukotape. Dieses klebt fest auf der Haut und stabilisiert die Stelle. Es stützt zum Beispiel das Fussgelenk und schützt es vor dem Umknicken oder gibt dem Knie Halt. «Die Anwendung ist also klar: bei Schmerzen farbige Kinesiotapes, zur Stabilisation weisse Leukotapes.»

Handgelenk und Knie tapen – so geht’s

Nach Absprache mit einer Fachperson oder bei klarer Diagnose hilft Ihnen folgende Anleitung, das Knie zu stabilisieren. Die Angaben in Prozent sagen jeweils, wie stark Sie das Tape beim Aufkleben dehnen sollen.

Ursache der Schmerzen ist zentral

Aber selbst mit dem Wissen um die Funktion der verschiedenen Tapes sollten Laien nicht einfach drauflostapen. «Es ist wichtig, die Ursache für die Beschwerden zu kennen», sagt Hallmann. Denn «nützt’s nichts, schadet’s nicht» stimmt nicht. «Vielleicht verschwinden die Beschwerden dank des Tapes, und man fühlt sich besser. Aber das heisst nicht, dass das Problem verschwunden ist.» Wenn man dann weiter trainiere, könne sich die Ursache sogar noch verschlimmern. Beispielsweise bei einer Fehlstellung im Sprunggelenk: Möglicherweise unterstützen die Klebestreifen das Gelenk so gut, dass Joggen schmerzfrei möglich ist. Die Fehlstellung bleibt aber bestehen und reizt Bänder und Sehnen genau wie zuvor. «Es ist deshalb immer wichtig, Schmerzen – ob sie gefühlt aus dem Nichts oder nach einem Unfall auftreten – medizinisch abklären zu lassen.»

Am KSB gibt es dafür unter anderem die Möglichkeit einer Gehanalyse. Dabei prüfen die Physiotherapeuten den Gang mithilfe eines speziellen Laufbands. Ebenso prüfen sie die Schuhe und deren Einlagen.

Selber tapen nur nach Anweisung

Wenn Betroffene wissen, was ihre Schmerzen auslöst, können sie sich auch selber tapen. «Ich empfehle aber dringend, sich das Tapen zuvor von einer Fachperson zeigen zu lassen», sagt Uwe Karl Heinz Hallmann. Denn insbesondere bei den elastischen Kinesiotapes ist es wichtig, die Streifen mit dem richtigen Zug aufzukleben. «Einige Abschnitte der Tapes klebt man auf und zieht dabei gleichzeitig stark am Streifen, bei anderen nur leicht oder gar nicht.» Dieses Dehnen des Tapes wirkt sich auf das Gewebe aus, auf das man es klebt. «Je stärker man daran zieht, desto stärker werden die Haut und die Muskeln darunter stimuliert. Und weil mehr ja nicht immer auch mehr hilft, muss man den Zug je nach Stelle anpassen.» Aber auch beim festen Leukotape sollte man sich zeigen lassen, wie man die zu stabilisierende Stelle richtig klebt. Denn dabei gibt es ebenfalls einige Tücken. So sollte das Klebeband auf keinen Fall den Blutfluss abschnüren.

Wenn also die Ursache für die Beschwerden wie auch die Handhabung der verschiedenen Tapes klar sind, spricht nichts dagegen, sich selbst zu tapen. Wichtig dabei: Tapes nur auf saubere und trockene Haut kleben, vorher keine Crème auftragen. Zudem haften die Streifen länger, wenn man die Ecken abrundet.

Physiotherapie am KSB

Leiden Sie an Schmerzen am Knie, an den Schultern oder im Fuss? Die Physiotherapeutinnen und -therapeuten am KSB gehen der Ursache gerne auf den Grund und stellen die bestmögliche Therapie zusammen.

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