Ein Tennisspieler hält sich das schmerzende Knie.

Sorgenkind Meniskus: Warum schmerzt mein Knie?

Der Meniskus wirkt im Knie als Stossdämpfer: Er federt Schläge ab und schützt den Knorpel von Oberschenkel- und Schienbeinknochen vor gegenseitiger Abnutzung. Doch der Meniskus ist anfällig für Verletzungen.

Wie eine Filzrondelle zwischen Möbel und Boden wirkt der Meniskus als Puffer zwischen Oberschenkel- und Schienbeinknochen. Die faserige Scheibe verhindert, dass sich die Knorpel der beiden Knochen zu rasch abnützen. Zudem federt sie Stösse ab und stabilisiert das Kniegelenk.

Der Meniskus ist aber ein empfindlicher Zeitgenosse: Eine falsche Bewegung – ruckartig und verdreht – kann genügen, um das Fasergewebe zu verletzen. Der Oberschenkelknochen drückt zu stark auf den Unterschenkelknochen, der Meniskus dazwischen wird gequetscht und reisst. Das ist vor allem bei jüngeren Menschen der Fall, die sich beim Sport verletzen. Im fortgeschrittenen Alter wird die Faserplatte bereits mit dem natürlichen Verschleiss anfälliger für Verletzungen. Das ist die häufigste Form eines Meniskusrisses: Das Gewebe reisst langsam während mehrerer Jahre oder franst aus. Meistens sind die Betroffenen über 50-jährig.

Meniskus ohne Gefühl

Der Meniskus selbst ist wie Knorpel nicht mit Nervenfasern durchzogen. Wenn er reisst, schmerzt das nicht. Schmerzen treten erst auf, wenn abgetrennte Stücke im Gelenk eingeklemmt werden und die Gelenkkapsel dehnen. Das Knie schmerzt dann vor allem bei Drehungen, beim In-die-Hocke-Gehen oder beim Durchstrecken des Beins. Die Menisken sind nur spärlich durchblutet. Deshalb heilen sie nicht von alleine.

Nähen oder entfernen

Der Arzt untersucht das Knie zunächst manuell. Vielleicht genügt es, das Gelenk für einige Tage zu schonen und die Schmerzen mit Medikamenten zu bekämpfen. Das betrifft vor allem ältere Patienten. Ahnt der Arzt aber, dass aufgrund eines Unfalls eine ernsthaftere Verletzung vorliegt, macht er meist ein MRI. Anschliessend zeigt eine Kniegelenkspiegelung, wie die weitere Therapie verläuft: Bei jungen Patienten sollte der Meniskus möglichst schnell genäht werden. Dies kann verhindern, dass das Gelenk durch das Wegfallen seines «Stossdämpfers» frühzeitig abgenutzt wird. Bei Patienten ohne frische Verletzung kann man aber auch bis zu einem halben Jahr zuwarten. Lassen die Schmerzen dann aber trotz Abwarten, Physiotherapie und eventuell Schmerzspritzen nicht nach, entfernt der Chirurg den eingerissenen oder ausgefransten Teil des Meniskus. Der Operateur versucht, nur so wenig wie nötig wegzuschneiden. Denn je mehr fehlt, desto höher ist das Risiko für eine spätere Gelenkabnutzung (Arthrose).

Bewegen und kräftigen

Es lohnt sich, seinem Knie Sorge zu tragen. Und wenn es bereits Probleme macht, hilft ein gelenkschonendes Verhalten, damit die Schmerzen nicht zunehmen. Dem Knie tut regelmässige Bewegung gut. Das stärkt die Muskeln, die wiederum das Knie stützen. Sportarten mit Stop-and-go-Bewegungen – das sind ruckartige Bewegungen wie bei Badminton, Squash oder Unihockey – belasten das Knie stark. Besser eignen sich Velofahren, Spazieren oder Schwimmen. Auch Übergewicht beansprucht das Gelenk. Das richtige Schuhwerk hat ebenfalls Einfluss: Hochhackige Schuhe sollte man meiden und zur Unterstützung der Menisken Schuhe mit weichen Sohlen tragen. Das federt die Schritte ab. Bei Fehlstellungen können orthopädische Schuheinlagen die Belastung auf das Knie mindern.

Abklärung des Knies

Weshalb schmerzt mein Knie? Ist vielleicht der Meniskus gerissen? Die Spezialisten der KSB-Orthopädie beraten Sie gerne in der Kniesprechstunde.

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