Strahlentherapie am KSB

Strahlentherapie bei Krebs: «Es ist beinahe ein Wunder»

Ein riesiges Gerät trifft auf winzige Zellen: Die Strahlentherapie arbeitet mit Extremen. Sie behandelt Krebs sehr exakt und hat kaum Nebenwirkungen. Das KSB bietet mit modernster Technik eine umfassende Krebstherapie.

Hinter einer schweren Tür verborgen steht das Gerät. So gross wie ein Transporter, so schwer wie zwei Elefanten, aber so präzise wie ein Mikroskop: der Linear-Beschleuniger für die Strahlentherapie. Kirsten Steinauer, Leitende Ärztin Radio-Onkologie am KSB, arbeitet täglich damit. «Ich bin immer noch davon fasziniert, was dieses Gerät leistet. Es ist beinahe ein Wunder.» Die Strahlentherapie wird vor allem bei Krebs angewendet. Mit ihr lassen sich Tumore unter einem Millimeter genau bestrahlen.

Krebstherapie mit energiereichen Strahlen

Es sind dieselben Strahlen, wie sie auch das Smartphone oder die Mikrowelle nutzen – nur viel stärker. Als gebündelter Strahl treffen sie auf die Krebszellen. Das hemmt deren Wachstum und zerstört sie. Gesunden Zellen können die Strahlen aber wenig anhaben. Steinauer: «Sie können sich selbst wieder reparieren und bekommen zudem weniger Strahlen ab.» Denn mittels einer simulierten Bestrahlung am Computer wird der Bestrahler exakt programmiert – wo der Krebs im Körper liegt, was für eine Form er hat und welcher Bereich bestrahlt werden soll.

Diese Genauigkeit bringt viele Vorteile. So kann das Expertenteam, bestehend aus Radio-Onkologen, Radiologen und Medizinphysikern, auch nahe bei empfindlichen Organen oder kleine Tumore sehr genau bestrahlen. Je nach Krebs wird das umliegende Gewebe mitbestrahlt. Steinauer: «Das verhindert, dass sich die Krebszellen ausbreiten und der Tumor grösser wird.» Das ist insbesondere bei Brustkrebspatientinnen wichtig. Steinauer: «Etwa jede Dritte würde sonst einen Rückfall erleiden, da nicht alle Zellen entfernt wurden.» Denn von Auge kann man sie nicht sehen, wenn sie sich im umliegenden Gewebe ausbreiten. Mit der Strahlentherapie kann man sie schliesslich unschädlich machen.

Umfassende Krebstherapie am KSB

Bei einigen Krebsbetroffenen findet die Strahlentherapie auch zur Vorbereitung auf eine Operation statt. Ziel ist dann, den Krebsknoten zu verkleinern, um ihn anschliessend besser entfernen zu können. Das zeigt: Krebstherapien sind oft ein Zusammenspiel mehrerer Abteilungen. Beim KSB finden sich alle unter einem Dach im modernen Kubus-Anbau. Steinauer: «Wir arbeiten Hand in Hand, besprechen an interdisziplinären Sitzungen den Therapieverlauf und bieten so eine Behandlung auf höchstem Stand der Technik und der Wissenschaft.»

Bestrahlung verläuft ohne Schmerzen

Obwohl die Strahlen sehr effektiv Krebszellen abtöten, spüren Patientinnen und Patienten davon nichts. Steinauer erklärt: «Der menschliche Körper hat keine Sinne, um die Strahlen wahrzunehmen.» Auch Nebenwirkungen sind sehr gering. Liegt der zu bestrahlende Tumor auf oder nahe bei der Haut, kann die Bestrahlung Rötungen verursachen. Diese klingen meist nach einigen Tagen wieder ab. Ansonsten sind die Nebenwirkungen abhängig vom Krebs: Liegt er im Darm, können die Strahlen Durchfall verursachen, liegt er im Kopf, möglicherweise Kopfschmerzen. Steinauer: «Aber viele unserer Patientinnen und Patienten vertragen die Bestrahlung sehr gut und sind nebenbei berufstätig.»

Blick ins Grüne

Die Abteilung Radiologie liegt in vielen Kliniken im Keller, um Mitarbeitende und andere Patienten vor den Strahlen zu schützen. Nicht so am KSB: Die Abteilung befindet sich im Erdgeschoss, die Strahlen werden von einem Erdhügel abgeschirmt, die Patienten blicken während der Bestrahlung ins Grüne, und der Raum ist mit Tageslicht erhellt. Steinauer: «Das schafft eine angenehme Stimmung, die unsere Patientinnen und Patienten schätzen.» Denn die Strahlentherapie ist intensiv: Betroffene kommen meist während eines Monats jeden Werktag für rund zwanzig Minuten zu Steinauer. Sie sagt: «Es ist viel wert, dass sich Betroffene während dieser anspruchsvollen Phase bei uns wohl fühlen.»

Kirsten Steinauer, Leitende Ärztin Radio-Onkologie am KSB
«Der menschliche Körper hat keine Sinne, um die Strahlen wahrzunehmen.»
Kirsten Steinauer

Strahlentherapie gegen Arthrose

Strahlen sind aber nicht nur in der Krebstherapie hilfreich – sie kommen auch bei Gelenkbeschwerden zum Einsatz, beispielsweise bei Arthrose. Steinauer: «Treffen die Strahlen auf gereizte Zellen im Gelenk, hemmt dies die Entzündung, und die Schmerzen lassen nach.» Oft seien danach keine Schmerzmittel mehr nötig. Darin sieht Steinauer einen grossen Vorteil: «Mit einem Medikament therapiert man den ganzen Körper, weil sich der Wirkstoff verteilt – obwohl die Schmerzen nur ein Gelenk betreffen.» Anders ist das mit der Strahlentherapie: Dabei wird nur das betroffene Gelenk behandelt. Grosse Gelenke wie Knie und Hüfte bestrahlt das Expertenteam am grossen Linear-Beschleuniger. Für kleine Gelenke wie Ellbogen oder Finger gibt es am KSB ein kleineres Gerät.

Sprechstunde in der Onkologie

Sind Sie von einer Krebserkrankung betroffen? In der Sprechstunde am KSB klären Experten ab, welche Behandlung sich für Sie am besten eignet.






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