Superfood – was ist dran am Hype?

Superfood – was ist dran am Hype?

Superfoods sind derzeit in aller Munde und werden gern als Wundermittel beschworen. Doch ist der Hype wirklich gerechtfertigt? Monika Beeler, KSB-Ernährungsberaterin, hat Antworten.

Chiasamen, Quinoa, Gojibeeren – was ist dran an der angeblich gesundheitsfördernden Wirkung dieser sogenannten Superfoods?

Monika Beeler: Das Wörtchen «sogenannt» ist wichtig in diesem Zusammenhang. Der Begriff Superfood wurde für Lebensmittel geprägt, die reich an Nährstoffen sind, zum Beispiel Vitamine, Mineralien, Ballaststoffe oder Antioxidantien. Wenn Lebensmittel einen hohen Nährstoffgehalt haben, schreibt man ihnen gesundheitliche Vorteile zu – vieles ist aber nicht wirklich belegt. Superfoods wurden «kreiert», weil sich die Ernährungsindustrie wirtschaftliche Vorteile davon erhofft.

Welche Bedeutung hat Superfood für unsere Ernährung?

Superfood ist eher in der Prävention von Bedeutung:Es kann eine ausgewogene Ernährung abrunden. Bei gesundheitlichen Problemen, etwa einer eingeschränkten Verdauung oder Nierenfunktion, können sich diese Nahrungsmittel aber auch negativ auswirken.

Worauf muss ich achten, wenn ich doch nach solchen Produkten greife?

Superfoods sind häufig teuer, kommen oft aus dem Ausland, sind getrocknet, und die Produktionsbedingungen sind oft unklar – regelmässig werden in Proben Pestizidrückstände gefunden. Deshalb sollten Konsumenten auf jeden Fall kritisch überdenken, welche Superfoods sie essen möchten.

Superfoods und ihre einheimischen Alternativen

 

Chiasamen und ihre einheimische Alternative: Leinsamen.
Chiasamen und ihre einheimische Alternative: Leinsamen.

Chiasamen

Chiasamen sind reich an ungesättigten Fettsäuren, Omega 3, und Ballaststoffen. Leinsamen aus Schweizer und aus europäischer Produktion sind eine günstige und ökologischere Alternative und erzielen den gleichen Effekt.

Vorsicht:Chiasamen und Leinsamen quellen im Darm auf. Deshalb sollten Sie zum Verzehr viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Man kann die Samen auch vorquellen.

 

Hirse, Reis, Buchweizen, Mais und Hülsenfrüchte sind glutenfreie Alternativen zu Quinoa.
Hirse, Reis, Buchweizen, Mais und Hülsenfrüchte sind glutenfreie Alternativen zu Quinoa.

Quinoa

Quinoa ist sehr reich an Mineralstoffen und Eiweiss und wird vorwiegend in Bolivien und Peru angebaut. Glutenfreie Alternativen zu Quinoa sind Hirse, Reis, Buchweizen, Mais oder Hülsenfrüchte aus europäischem Anbau.

Vorsicht: Der Hype um das Pseudogetreide verschlechtert die Anbaubedingungen in den Herkunftsländern und lässt die Preise explodieren. Deshalb wird dieses Grundnahrungsmittel für die einheimische Bevölkerung immer unerschwinglicher. Aus ökologischen und ethischen Gründen ist ein hoher Verzehr daher bedenklich.

 

Frau Beeler, was sind Ihre Tipps für einheimisches Superfood?

Grundsätzlich sind Beeren im Sommer sehr wertvoll, besonders Heidelbeeren, Himbeeren, Brombeeren und Johannisbeeren. Im Winter dann Zitrusfrüchte, die einen höheren Vitamin-C-Gehalt haben als einige der sogenannten Superfoods. Besonders jetzt im Winter sind alle Kohlarten ein absolutes Superfood, da sie sehr reich an Antioxidantien sind. Auch Randen (Rote Beete), Nüsse (Mandeln, Walnüsse, Haselnüsse) und andere Kerne und Samen sind wertvolle Nahrungsmittel.

Worauf muss man bei einer gesunden Ernährung achten?

Aus gesundheitlicher Sicht ist es natürlich wichtig, dass man abwechslungsreich und ausgewogen isst. Da kann man sich einfach auf die Ernährungspyramide der Deutschen oder der Schweizer Ernährungsgesellschaft beziehen. Ausserdem sollte man alle Einschränkungen vermeiden, die nicht notwendig sind. Wer auch den ökologischen Aspekt mit einbeziehen möchte, sollte darauf achten, regional und saisonal einzukaufen, sowie eventuell biologisch produzierte Lebensmittel bevorzugen.

Was sind die häufigsten Fehler, wenn man sich auf die Wirkung von Superfood verlässt?

Der häufigste Fehler ist, dass man sich auf Superfood oder Supplemente fokussiert und die Basis für eine gesunde Ernährung ausser Acht lässt. Die Abwechslung fehlt, man isst zu wenig Stärkebeilagen oder zu wenig Eiweiss. Dadurch wird die Ernährung einseitig, was auf lange Sicht zu Mängeln führen kann. Oft werden Aspekte wie Bewegung oder eine angemessene Energiezufuhr dann vernachlässigt.

Worauf sollte man denn beim Bürolunch achten, wenn jobbedingt Bewegung fehlt?

Natürlich ist auch hier Abwechslung wichtig. Wichtig ist, dass auch das Mittagessen Proteine enthält: Das können Ei oder Soja sein, Fisch, mageres Fleisch oder Hülsenfrüchte. Bei wenig Bewegung sollte man anteilmässig weniger Stärkeprodukte zu sich nehmen, damit man nach dem Essen nicht in ein Mittagstief fällt. Auch wer sich für Salat entscheidet, sollte immer eine Proteinquelle hinzufügen. Eine Gemüsesuppe kann ganz einfach mit einem Stück Brot und einem Quark (nature) als Dessert zur vollwertigen Mahlzeit werden. Für zwischendurch eignen sich Früchte und eine kleine Handvoll Nüsse ideal als Snacks.

KSB MOVE

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