KSB-Kardiologe Pascal Köpfli

Kardiologe Pascal Köpfli: Ein Arzt mit Herz

Pascal Köpfli kümmert sich um Herzensangelegenheiten: Er führt Ultraschalle durch, implantiert Schrittmacher, kontrolliert die Funktionen des Organs. Hier blickt der stellvertretende Leiter der Kardiologie auf seine prägenden Erlebnisse zurück: vom schwierigsten Eingriff bis zu einem absurden Erlebnis, bei dem der russische Geheimdienst eine Rolle spielte.

Mich fasziniert an der Kardiologie, …

… wie stark das Herz mit dem Leben verknüpft ist. Es muss funktionieren, pausenlos. Schon bei einem Ausfall von wenigen Sekunden wird es gefährlich, es drohen Ohnmachtsanfälle. Pro Tag schlägt das Herz etwa 100 000 Mal, und das während rund 80 Jahren – es gibt wohl keine Maschine, die über so viele Jahre so zuverlässig arbeitet. Und das mit einem vergleichsweisen einfachen Aufbau: Das Herz hat vier Kammern, vier Klappen und pumpt Blut. Auch diese Einfachheit beeindruckt mich immer wieder.

Mein erster Eingriff …

… war kein kardiologischer. Während meiner Ausbildung zum Sanitäter in der Rekrutenschule musste ich jemandem Blut entnehmen. Das ist heute ein Leichtes. Aber beim ersten Mal hatte ich unglaublichen Respekt davor. Schliesslich handelt es sich um eine «Körperverletzung mit Einwilligung», also keine Kleinigkeit.

«Auch scheinbar stabile Situationen können jederzeit zu einem Notfall werden.»
Pascal Köpfli

Meinen schwierigsten Eingriff …

… erlebte ich während einer Herzschrittmacher-Implantation. Ich stand am Anfang meiner Karriere, und zum ersten Mal war kein anderer Arzt im Spital, der mir bei einem Problem hätte helfen können. Handwerklich war der Eingriff nicht besonders schwierig, aber dieser Umstand machte ihn dazu. Denn wenn während der Implantation etwas nicht gut läuft, droht unter Umständen eine lebensbedrohliche Situation. Schliesslich sind die meisten Patienten gesundheitlich schon angeschlagen, sonst wäre der Eingriff ja nicht nötig.

Ein anderes Mal erlitt ein vermeintlich stabiler Patient während der Implantation einen Herzstillstand. Wir waren mit der Elektrode noch nicht beim Herzen und mussten den Mann mit einer Herz-Lungen-Massage reanimieren – er überlebte. Das zeigte mir einmal mehr, dass auch scheinbar stabile Situationen jederzeit zu einem Notfall werden können.

Mein häufigster Eingriff …

… ist das Einsetzen von Herzschrittmachern. Das ist gleichzeitig auch meine grösste Leidenschaft. Pro Woche implantiere ich etwa zwei Stück. Die Mischung von invasiv und technisch fasziniert mich – es ist grossartig, wie diese kleinen Computer über etwa zehn Jahre hinweg das Herz zuverlässig unterstützen. Noch häufiger aber als diesen Eingriff mache ich Herzultraschalle. Damit stellen wir Kardiologen fest, ob das Herz richtig funktioniert, ob eine Fehlbildung oder eine Herzkrankheit vorliegen.

Meinen emotionalsten Moment …

… erlebte ich bei einem Patienten mit einer langen Leidensgeschichte. Ich implantierte ihm einen Herzschrittmacher, er hatte aber noch viele andere Diagnosen. Der Mann war bei uns hospitalisiert und erlitt eine Komplikation nach der anderen: Wunden verheilten nicht, es kam zu Infektionen, das Herz konnte den Kreislauf nicht mehr aufrechterhalten, er wurde immer schwächer. Wir sahen zu, wie er langsam seinen Lebenswillen verlor. Zusammen mit dem Patienten entschieden wir behandelnden Ärzte, die Therapien einzustellen. Für ihn war das sicher das Beste, aber es ging mir sehr nah, dass wir ihm nicht mehr helfen konnten.

«Musik hören in entspannter Atmosphäre tut mir und meinem Herzen gut.»
Pascal Köpfli

Meinen absurdesten Moment …

… erlebte ich als Assistenzarzt, ebenfalls auf einer Kardiologieabteilung: Ich hatte Sprechstunde, und ein Patient brachte zu seinem Termin eine Stuhlprobe mit. Er wollte, dass ich sie auf radioaktive Spuren untersuche. Der Mann war überzeugt, dass der russische Geheimdienst ihn mit radioaktiven Lebensmitteln vergiften wollte. Ich erklärte ihm, dass ich diesen Verdacht nur schwer nachvollziehen könne. Ausserdem hätte ich im Rahmen der kardiologischen Sprechstunde gar nicht die Möglichkeit, den Stuhl zu untersuchen. Mit dem Hausarzt zusammen konnten wir aber eine angemessene Betreuung des Patienten sicherstellen.

Meinem Herzen trage ich …

… so gut es geht Sorge. Ich versuche, mich ausgewogen zu ernähren und regelmässig Zeit für Sport zu finden. Das gibt mir Energie und ist ein wichtiger Ausgleich. Zudem bin ich überzeugt, dass Musik hören in entspannter Atmosphäre mir und meinem Herzen guttut. Ich habe eine gute Stereoanlage und geniesse es, je nach Laune etwas Rockiges, vielleicht auch etwas Klassisches oder Independent-Musik zu hören. Manchmal lasse ich mich auch von einem Internetradio inspirieren und entdecke so neue Künstler. Natürlich ist es schwierig, nachzuweisen, ob das Musikhören gut ist für mein Herz. Aber ich glaube, dass alles, was man bewusst und mit Freude erlebt, sehr wertvoll für die Gesundheit ist.

Kardiologie am KSB

Macht Ihnen das Herz Probleme? Pascal Köpfli und das Kardiologie-Team des KSB beraten Sie gerne.






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