Ein Mann trainiert mit Hanteln.

Reha fürs Herz: Fitter als zuvor

Herzinfarkt oder Stentimplantation sind überstanden, nun folgt die ambulante kardiale Rehabilitation. Dafür gibt es am KSB ein interdisziplinäres Team – bestehend aus Ärzten, Physiotherapeuten, Psychologen, Spezialisten für Nikotinentwöhnung und Ernährungsberatern. Damit werden Betroffene sogar leistungsfähiger, als sie es vor dem Eingriff waren.

Nach einer Herzerkrankung muss man das Organ und den ganzen Körper trainieren. Dabei ist Fingerspitzengefühl nötig. Denn nach einem Herzinfarkt, einer Stentimplantation oder bei Herz-Gefäss-Krankheiten sollte man nicht einfach drauflosjoggen, sondern den Kreislauf sorgfältig wieder für grössere Belastungen vorbereiten. Dafür gibt es am KSB die ambulante kardiale Rehabilitation. Johannes Schindler ist Kardiologe und leitet das Programm. Er sagt: «Die meisten Patienten sind nach der Trainingsphase so fit, wie sie es Jahre zuvor einmal waren.» Zudem helfe das Programm, wieder Vertrauen in den Körper zu gewinnen und ungesunde Verhaltensweisen zu erkennen und zu ändern.

Sport für das Herz

Die Ursache für viele Herzkrankheiten ist die Arteriosklerose. Das sind Fettablagerungen, die Gefässe verengen oder möglicherweise sogar verstopfen. Das kann beispielsweise zu einem Herzinfarkt oder einem Hirnschlag führen, weil das Blut nicht mehr richtig fliesst. Die Arteriosklerose verschwindet aber nicht einfach. Auch wenn das verstopfte Gefäss nach einer Operation wieder frei ist, sind andernorts möglicherweise weitere Ablagerungen vorhanden – und verschlimmern sich weiter, wenn Betroffene ihren Lebensstil nicht anpassen.

Vor allem Ausdauer- und Krafttraining sind deshalb wichtig. Schindler sagt: «Das regt den Kreislauf an, wodurch die Sauerstoffaufnahme verbessert und das Herz entlastet wird.» Einige Trainings finden an Fitnessgeräten in der Physiotherapie und in der Turnhalle Höchi bei der Schule Dättwil statt. «Dabei kann man Gewicht und Bewegung genau steuern und gut an die Möglichkeiten des Patienten anpassen», erklärt Schindler. Einmal wöchentlich findet das Training im Freien statt – bei jedem Wetter. «Je nach Leistungsgruppe gehen wir spazieren, wandern oder sogar mountainbiken.» Die ungezwungene Atmosphäre an der frischen Luft stärke das Gemeinschaftsgefühl, steigere die Leistung und fördere den Austausch unter den Betroffenen. «Das trägt alles zu einer möglichst guten Erholung bei.»

Als weitere Massnahme lernen Betroffene Entspannungs- und Atemübungen. Das hilft, Stress zu reduzieren und die Körperwahrnehmung zu verbessern.

Herzfreundlich essen

Nebst körperlichen Übungen spielt auch die Ernährung eine wichtige Rolle in der Herzgesundheit – zur Vorbeugung wie auch zur Rehabilitation. Vor allem fettige und süsse Speisen schaden dem Herz: Sie begünstigen Übergewicht, hohen Blutdruck und Diabetes. Diese Erkrankungen sind Risikofaktoren für verschiedene Herz-Kreislauf-Krankheiten. In der kardialen Rehabilitation unterstützen Ernährungsberaterinnen und Ernährungsberater die Betroffenen und geben Tipps, wie sie sich gesund ernähren können.

Johannes Schindler, Kardiologe und Leiter des KSB-Programms kardiale Rehabilitation
«Je mehr die Patienten über ihre Krankheit wissen, desto besser können sie damit umgehen.»
Johannes Schindler

Starkes Herz durch Wissen

Ein weiterer Aspekt der ambulanten kardialen Rehabilitation ist die Wissensvermittlung. In Vorträgen lernen Betroffene die Anatomie des Herzens kennen, die Ursachen ihrer Krankheit und deren Auswirkungen. Zudem lernen die Teilnehmer, wie sie besser mit Stress oder Depressionen umgehen. Schindler: «Je mehr die Patienten über ihre Krankheit wissen, desto besser können sie damit umgehen, und desto eher trainieren sie auch nach der Rehabilitation weiter.» Das Programm dauert zwölf Wochen. Das Gelernte sollen Betroffene dann selbständig in ihrem Alltag umsetzen.

Das Programm am KSB

Die kardiale Rehabilitation hilft Personen mit Herzkrankheiten oder nach einer Herzoperation. Herz-, Bewegungs- und Ernährungsspezialisten beraten Sie gerne zum Programm am KSB.






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