Die Reise der Speise

Sobald wir etwas essen, beginnt für die Speise ein Abenteuer. Sie wird zerkleinert, eingeweicht, geknetet, und Milliarden von Bakterien machen sich über sie her. Wir reden darüber nicht gern. Das sollten wir aber. Denn wie bei jedem echten Abenteuer kann einiges schiefgehen.

Illustration des menschlichen Verdauungssystems
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1. Mund

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1. Mund

Als Beginn des Verdauungstraktes nehmen Lippen, Zunge und Zähne die Nahrung auf und zerkleinern sie. Der Speichel macht die Nahrung gleitfähig.

 

Facts&Figures: Ein Erwachsener Mensch produziert bis zu 1,5 Liter Speichel am Tag. In der Mundhöhle leben mehr als 300 Bakterienarten.

Pathologie: Karies, Zahnfleisch- und Schleimhautentzündungen gehören zu den häufigsten Erkrankungen.

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2. Speiseröhre

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2. Speiseröhre

Illustration der Speiseröhre

Die Speiseröhre verbindet den Mund mit dem Magen. Die Speiseröhre transportiert aktiv (peristaltische Muskelbewegung) Nahrung und Flüssigkeiten in den Magen.

 

Facts&Figures: Die Speiseröhre ist etwa 25 Zentimeter lang und misst zwei Zentimeter im Durchmesser.

Pathologie: Das Zurückfliessen sauren Magensaftes (Reflux), etwa bei einer Bulimie, kann zu Reizungen und zur Schädigung der Schleimhaut und im schlimmsten Fall zu einer Form von Speiseröhrenkrebs führen.

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3. Magen

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3. Magen

Illustration des Magens

Die Magenmuskulatur zerkleinert den Verdauungsbrei mechanisch (Peristaltik) und transportiert ihn Richtung Zwölffingerdarm; Magensäfte und Enzyme verflüssigen den Nahrungsbrei weiter.

 

Facts&Figures: Ein durchschnittlicher Magen nimmt rund 1,5 Liter Inhalt auf. Der Magensaft besteht aus dem Enzym Pepsin und Salzsäure. Der saure Magensaft verhindert Infektionen, indem sie für den Menschen gefährliche Bakterien abtötet.

Pathologie: Häufige Erkrankungen des Magens sind die Entzündung der Magenschleimhaut (Gastritis), das Magengeschwür (peptisches Ulkus) und Magenkrebs.

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4. Pförtner

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4. Pförtner

Illustration des Pförtners

Der Pförtner (Pylorus) ist ein ringförmiger Muskel, der die Nahrung portionenweise vom Magen in den ersten Abschnitt des Dünndarms abgibt.

 

Facts&Figures: Der Pylorus ist die eigentliche Barriere, an der das sehr saure Magenmilieu von der Darmumgebung getrennt wird.

Pathologie: Bei einer Dysfunktion des Muskelgewebes kann sich Magensäure im Magen stauen. Dies schädigt die Magenschleimhaut und kann zu Magengeschwüren führen.

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5. Zwölffingerdarm

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5. Zwölffingerdarm

Illustration des Zwölffingerdarms

Der Zwölffingerdarm ist der erste Teil des Dünndarms und verbindet ihn mit dem Magen. Zusammen mit der Gallensäure und wichtigen Enzymen leistet er einen wichtigen Beitrag zur Verdauung.

 

Facts&Figures: Der Zwölffingerdarm ist rund 30 Zentimeter lang. Das entspricht etwa zwölf Fingerbreiten. Daher der Name.

Pathologie: Durch eine Entzündung der Schleimhaut kann ein Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni) entstehen.

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6. Leber & Galle

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6. Leber & Galle

Illustration von Leber und Galle

Die Leber ist das zentrale Organ für den Stoffwechsel unseres Körpers. Sie speichert lebenswichtige Nährstoffe und produziert Galle, die wichtig ist für die Fettverdauung.

 

Facts&Figures: Die Leber ist die eigentliche Waschanlage des Blutes: Knapp 2000 Liter Blut pumpt unser Herz jeden Tag durch die Leber. Die Leber produziert bis zu sieben Deziliter Gallenflüssigkeit.

Pathologie: Häufige Erkrankungen die Leberentzündung (Hepatitis), die Fettleber (Steatose) und der Lebertumor (Hepatom). Rund die Hälfte aller Leberzirrhosen sind auf Alkoholmissbrauch zurückzuführen.

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7. Bauchspeicheldrüse

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7. Bauchspeicheldrüse

Illsutration der Bauchspeicheldrüse

Die Bauchspeicheldrüse gibt ein Verdauungssekret in den Zwölffingerdarm ab, so dass der Darm die Nahrung aufnehmen kann. Gleichzeitig produziert sie lebenswichtige Hormone, zum Beispiel Insulin.

 

Facts&Figures: Die Bauchspeicheldrüse ist die wichtigste Verdauungsdrüse. Sie produziert bis zu zwei Liter Sekret am Tag.

Pathologie: Alkoholmissbrauch oder Gallensteine können zu einer Entzündung führen (Pankreatitis). Weiter können der gefürchtete Tumor (Pankreaskarzinom) sowie die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) auftreten.

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8. Dünndarm

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8. Dünndarm

Illustration des Dünndarms

Der Dünndarm dient der Aufnahme von Nährstoffen aus dem Nahrungsbrei und zur Wasseraufnahme. Der Dünndarm endet im Dickdarm.

 

Facts&Figures: Der Dünndarm kann bis zu sechs Meter lang sein und ist der längste Teil des Verdauungstraktes.

Pathologie: Eine Gluten-Unverträglichkeit (Zöliakie) kann die Schleimhaut des Dünndarms schädigen und so die Nährstoffaufnahme verunmöglichen. Ein Darmverschluss kann lebensbedrohlich sein und muss notfallmässig behandelt werden.

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9. Blinddarm

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9. Blinddarm

Illustration des Blinddarms

Der oberste Teil des Dickdarms wird als Blinddarm bezeichnet. Er endet «blind», daher sein Name.

 

Facts&Figures: Lange wurde der Blinddarm als unnütz bezeichnet. Heute gilt er ähnlich wie die Mandeln als Teil unseres Immunsystems.

Pathologie: Der Wurmfortsatz (Appendix) am Blinddarm kann sich entzünden und muss danach in vielen Fällen operativ entfernt werden. Die Schmerzen entstehen im rechten Unterbauch.

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10. Dickdarm

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10. Dickdarm

Illustration des Dickdarms

Der Dickdarm transportiert und speichert den Stuhl und entzieht ihm Wasser. Hier findet sich ein Grossteil der Darmflora.

 

Facts&Figures: Im Dickdarm leben Billionen von Darmbakterien. Könnte man sie alle auf eine Waage legen, ergäbe das ein Gewicht von rund 1,5 Kilogramm.

Pathologie: Der entzündete Wurmfortsatz des Blinddarms, der Reizdarm, Darmkrebs und Hämorrhoiden gehören zu den bekanntesten Dickdarmerkrankungen.

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11. Enddarm und Anus

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11. Enddarm und Anus

Illustration von Enddarm und Anus

Enddarm und Anus bilden den Abschluss unseres Verdauungssystems. Der Anus besteht aus zwei unterschiedlichen Muskulaturen, die den korrekten Verschlussbeziehungsweise die Entleerung des Enddarms ermöglichen.

 

Pathologie: Ekzeme, Abszesse oder Analfissuren sind häufig und werden vom Proktologen behandelt.

Haben Sie Fragen zu gesunder Ernährung? Die Spezialistinnen und Spezialisten der Ernährungsberatung sind gerne für Sie da.

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