Mutter mit postpartaler Depression

Depression nach der Geburt: Viele Mütter leiden im Stillen

Dass bei frischgebackenen Müttern nach der Geburt der Babyblues spielt, ist weit verbreitet. Was aber, wenn das kurze emotionale Tief zur wochen- oder gar monatelangen postnatalen Depression wird? Gynopsychiaterin und Konsiliarärztin am KSB Karin Hofmann über Gründe und Symptome einer solchen Depression und wie Betroffene die Krise überwinden.

Drei von vier Müttern spüren nach der Entbindung ihres Kindes den Babyblues. Die Symptome sind Stimmungsschwankungen, erhöhte Emotionalität, Traurigkeit, Erschöpfung, Konzentrationsstörungen und Niedergeschlagenheit. Ein solcher Babyblues beginnt meist drei bis fünf Tage nach der Geburt. In den meisten Fällen geht dieses Stimmungstief mit dem Milcheinschuss einher und dauert einige Stunden oder Tage. Wenn der Babyblues aber keine kurzzeitige Erscheinung ist und sich über Wochen oder gar Monate hinzieht, kann es sich um eine postnatale Depression handeln. Besser bekannt ist sie unter dem Begriff postnatale Depression. Medizinisch ist dieser Ausdruck allerdings nicht ganz korrekt, da er sich auf das Kind bezieht, nicht auf die Mutter. Umgangssprachlich meinen aber beide das gleiche. Mütter mit postpartalen Depressionen sollten sich unbedingt behandeln lassen.

KSB-Podcast

Hören Sie im KSB-Podcast, weshalb eine postpartale Depression auftritt, welches die Symptome sind und inwiefern eine solche Depression «ansteckend» sein kann. Gynopsychiaterin Karin Hofmann erklärt zudem, welche Persönlichkeitstypen besonders gefährdet sind und wie die Behandlungsmöglichkeiten aussehen.

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Postpartale Depression ist mehr als «nur» Babyblues

Rund 15 Prozent aller Frauen leiden im ersten Jahr nach der Geburt unter einer postpartalen Depression. Das sind in der Schweiz jährlich rund 13 000 betroffene Mütter. «Die Symptome sind grundsätzlich dieselben wie bei einem Babyblues, allerdings halten sie deutlich länger an», sagt Karin Hofmann von den Psychiatrischen Diensten Aargau (PDAG) und Konsiliarärztin am KSB. «Ist dies der Fall, sollte sich die Frau unbedingt professionelle Hilfe holen.» In einem ersten Schritt ist der Gang zum Hausarzt oder zur Hebammensprechstunde am KSB sinnvoll. Patientinnen mit Verdacht auf eine postpartale Depression werden an Karin Hofmann weitergeleitet. «Wer sich selbst testen möchte, kann dies mit der sogenannten Edinburgh-Postnatal-Depressions-Skala tun. Ein Fragebogen, der durchaus Aufschluss über den eigenen Gemütszustand geben kann.» Besonders wichtig: «Depressionen sind behandelbar. Wichtig ist, darüber zu sprechen und geeignete Massnahmen zu ergreifen.»

Von Babyblues bis postpartale Depression

Sprechen Sie über Ihre Gefühle und holen Sie sich bei langanhaltenden Stimmungstiefs Hilfe beim Hausarzt oder in der Hebammensprechstunde am KSB. Im Zusammenhang mit postpartalen Depressionen und weiteren Themen, die die psychische Gesundheit betreffen, arbeitet das KSB zudem eng mit den Psychiatrischen Diensten Aargau (PDAG) zusammen. Sprechstunden mit der Gynopsychiaterin Karin Hofmann finden im Partnerhaus am KSB oder im Ambulatorium der PDAG in Dättwil statt. Weitere Informationen sowie Erfahrungsberichte finden Sie auf der Website des Vereins Postnatale Depression Schweiz.






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