Symbolbild Endometriose

Endometriose: Häufig, aber häufig unerkannt

Bei Endometriose befindet sich Schleimhaut der Gebärmutter ausserhalb des Organs. Die Folgen können gravierend sein: Sie reichen von Blähbauch bis zu Kinderlosigkeit.

Endometriose ist häufig, aber häufig unerkannt. Bei betroffenen Frauen finden sich Herde von Gebärmutterschleimhaut ausserhalb der Gebärmutter. Die Schleimhaut gelangt während der Regelblutung durch den Eileiter in die Bauchhöhle. Das ist nicht ungewöhnlich, aber bei Frauen mit Endometriose baut das körpereigene Abwehrsystem diese Zellen nicht ab. Weshalb, weiss man nicht. Daraus bilden sich dann die Herde.

Mehrere Jahre bis zur Diagnose

Die Schleimhaut produziert Stoffe, die Blutgefässe und Nerven wachsen lassen: Diese versorgen das neue Gewebe mit Nährstoffen. So kann die Schleimhaut ausserhalb der Gebärmutter weiterwachsen. Die Herde produzieren zudem Stoffe, die im Bauch eine chronische Entzündung verursachen. Das kann Schmerzen auslösen und zu Verwachsungen führen. Endometriose ist, wie die Schleimhaut in der Gebärmutter, abhängig von Hormonen: Das weibliche Geschlechtshormon Östrogen regt ihr Wachstum an, das Hormon Gestagen hemmt dieses.

Gemäss Regula Grabherr, stellvertretende Leitende Ärztin Gynäkologie, kann der ganze Bauchraum von Endometriose betroffen sein. Am häufigsten findet man die Herde auf dem Bauchfell und auf den Organen des Beckens – das sind Eierstöcke, Eileiter, Gebärmutter, Darm und Harnblase. Das führt zu einer Vielzahl von Symptomen. Oft leiden betroffene Frauen an Unterbauchschmerzen während der Menstruation. Diese können aber auch unabhängig vom Zyklus auftreten. Auch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, beim Wasserlösen und beim Stuhlgang können unabhängig von der Regelblutung auftreten. Weitere Symptome sind: aufgeblähter Bauch, Schmerzen in Rücken, Beinen oder Gesäss, Erschöpfungszustände, Depression und unerfüllter Kinderwunsch. Welche Symptome wie stark auftreten, ist sehr unterschiedlich. Sie sind zudem kein Hinweis darauf, wie stark die Frau von der Krankheit betroffen ist. Weil die Symptome zudem diffus sind, dauert es oft lange, bis die Diagnose Endometriose steht.

«Oft vergehen von den ersten Symptomen bis zur Diagnose mehrere Jahre.»
Regula Grabherr

Suche nach versteckten Herden

Bei Verdacht auf Endometriose führt die Gynäkologin oder der Gynäkologe zunächst eine Untersuchung mit hochauflösendem Ultraschall durch. Dabei führt er ein entsprechendes Gerät in die Vagina ein. Allerdings deckt dieser Ultraschall nur eine kleine Zone des ganzen Bauchraums ab. Bestätigt sich aber dadurch der Verdacht auf Endometriose, kann eine Magnetresonanztomografie (MRI) bei der Suche nach weiteren Herden helfen – vom Zwerchfell bis zum Unterbauch. Rahel Kubik, Chefärztin Radiologie am KSB, sagt: «Damit finden wir auch Gebärmutterschleimhaut, die tief im Bauchraum liegt – zum Beispiel auf der Leberoberfläche – oder die von Organen verdeckt wird.»

Hormone können helfen

Die Endometrioseherde können ganz unterschiedlich aussehen. Es sind Wucherungen, Verdickungen, Verklebungen oder knotenförmige Veränderungen. Das MRI hilft, möglichst viele Herde zu finden und deren Grösse und Lage genauer zu beurteilen. Gynäkologen und Radiologen arbeiten dabei eng zusammen. Ihre Erkenntnisse liefern wichtige Informationen für die Therapie: Bei manchen Patientinnen bringt eine hormonelle Therapie bereits Besserung, andere benötigen unterstützend Schmerz- oder komplementärmedizinische Behandlungen.

In einigen Fällen ist jedoch eine Operation nötig. Auch dafür sind die Ergebnisse aus der radiologischen Untersuchung wichtig: Sie helfen, den Eingriff gut planen zu können und ermöglichen, zusätzliche Spezialisten aufzubieten. Denn wenn die Herde beispielsweise auf Darm oder Blase liegen, ist während der Operation ein Darmchirurg oder ein Urologe dabei.

Leiden Sie unter den beschriebenen Symptomen?

Die Abteilung Gynäkologie am KSB berät Sie gerne. Erhärtet sich bei der Untersuchung der Verdacht auf Endometriose, hilft die Radiologie weiter.






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