WC-Papier mit Nadeln

Hämorrhoiden: Mehr Rückfälle bei Laserbehandlungen

Schonender, sicherer und schmerzarm – die Bekämpfung von Hämorrhoiden mittels Laser geniesst einen guten Ruf. Trotzdem ist bei der Laserhämorrhoidoplastie (LHP) Vorsicht angebracht. Kurzfristig tritt zwar bei den meisten Patienten eine Besserung ein. Lange hält dieser Effekt allerdings nicht an. Zu diesem Ergebnis kommt die erste Langzeitstudie, die am KSB durchgeführt wurde.

«Laser ersetzt Operation.» Auf den ersten Blick erscheint die schmerzarme Laserhämorrhoidoplastie (LHP) als sanfte Alternative zum chirurgischen Eingriff. Denn während Hämorrhoiden ersten Grades konservativ behandelt werden können (das heisst mit Salben aus der Apotheke, viel Trinken, ballaststoffreicher Ernährung und Bewegung), kommen ab Schweregrad 2 häufig operative Eingriffe zum Einsatz.

Laser «verschweisst» die Hämorrhoiden

Bei der LHP kommt der Laser hingegen nicht als gewebeentfernendes Instrument zum Einsatz, sondern dient lediglich als Energiequelle. Durch die Hitzeeinwirkung werden die Hämorrhoiden quasi «verschweisst»: Die betroffenen ausgeleierten Gefässe – die «Krampfadern des Enddarms» – werden auf diese Weise geschrumpft und bilden sich zurück. Der Laser bewirkt also eine kontrollierte Schrumpfung der Hämorrhoiden. Grössere Gewebeverletzungen können so vermieden werden, und das empfindliche Schliessmuskelgewebe bleibt verschont. Leichte Schwellungen, die nach kurzer Zeit von selbst wieder verschwinden, gelten als signifikanteste Nebenwirkungen.

Vorteile nur in den ersten Monaten

Doch Vorsicht, denn: «Wo viel Licht, da ist auch Schatten», sagt Antonio Nocito, Chefarzt Chirurgie am KSB. «Auf den ersten Blick bietet das LHP-Verfahren dem Patienten diverse Vorteile. Aber bei genauerem Betrachten zeigt sich: Auf lange Sicht bringt es oft nicht die erhoffte Verbesserung; häufig bilden sich bereits nach knapp zwei Jahren erneut Hämorrhoiden.» Zu diesem Ergebnis kommt eine am KSB durchgeführte Studie, die im Gegensatz zu vorherigen erstmals langfristig angelegt war. Fünfzig Patienten, die sich zwischen Oktober 2010 und Mai 2012 einer Laserbehandlung am KSB unterzogen, wurden hierbei nicht nur nach einem oder zwei Monaten befragt, sondern bis zu fünf Jahre nach dem Eingriff.

Bei jedem Dritten kamen die Hämorrhoiden zurück

Fazit: Waren die meisten der Patienten kurz nach dem Eingriff beschwerdefrei, so beklagte sich fünf Jahre später jeder Dritte über das Wiederauftreten von Hämorrhoiden. «Die kurzfristigen Resultate des LHP-Verfahrens sind ermutigend, doch die Studie zeigt, dass es langfristig ein hohes Rückfallrisiko gibt», so das Fazit der beteiligten Ärzte. Sie empfehlen daher einen zurückhaltenden Umgang mit der Lasertechnik.

Auch klassische Eingriffe werden meist gut toleriert

«Vor diesem Hintergrund ist ein klassischer Eingriff bei Hämorrhoidalleiden zweiten und dritten Grades mitunter sinnvoller», empfiehlt Antonio Nocito. Neben einer chirurgischen Entfernung (traditionelle Hämorrhoidenoperation) wird häufig die sogenannte Stapleroperation (Operation nach Longo) angewendet. Die Auswahl des Verfahrens stimmt der behandelnde Arzt individuell mit dem Patienten ab. Auch dank neuer Schmerztherapiekonzepte werden die meisten Eingriffe von den Patienten heute gut toleriert. In der Regel ist man nach etwa einer Woche wieder arbeitsfähig.

 

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