Symbolbild eines Mannes mit der Krebsschleife

Prostatakrebs: So geht Vorsorge

Prostatakrebs ist die häufigste Krebsart beim Mann – aber selten tödlich, wenn er rechtzeitig bemerkt wird. Deshalb ist eine regelmässige Vorsorgeuntersuchung wichtig.

Die Prostata ist eine kleine Drüse unterhalb der Harnblase. Sie ist etwa so gross wie eine Kastanie und gibt unter anderem Prostata-spezifisches Antigen (PSA) frei. Das PSA ist ein Eiweiss, das das Ejakulat dünnflüssiger macht und auf die Spermien bewegungsauslösend wirkt. Ein erhöhter Wert im Blut kann auf Prostatakrebs hindeuten. Dies ist die häufigste Krebserkrankung beim Mann. Als Risiko gelten Alter und Prostatakrebs bei Verwandten ersten Grades, also Vater, Bruder oder Sohn. In der Frühphase verläuft die Erkrankung unbemerkt. Ärzte empfehlen Personen mit erhöhtem Risiko deshalb eine Vorsorgeuntersuchung ab dem 50. Lebensjahr.

PSA-Wert als wichtiges Indiz

Mögliche Symptome von Prostatakrebs sind Schmerzen beim Urinieren, Blut im Urin oder häufiger Harndrang. Dies können auch Anzeichen einer gutartigen Prostatavergrösserung sein. Deshalb sollte man diese Beschwerden von einem Urologen abklären lassen.
Einen wichtigen Hinweis gibt der PSA-Wert. Dieses Eiweiss wird nur in der Prostata gebildet. Im Blut lässt sich die PSA-Konzentration messen, die den Hinweis auf eine mögliche Krebserkrankung gibt. Allerdings steigt dieser Wert auch bei Entzündung oder gutartiger Vergrösserung der Prostata und weist deshalb nicht zwingend auf Krebs hin. Daniel Disteldorf, Urologe am KSB, sagt: «Insbesondere ein starker und plötzlicher Anstieg des PSA-Werts, ohne dass Beschwerden da sind, kann ein Zeichen für Prostatakrebs sein. Dies lässt sich am besten im Vergleich zu früheren Messungen beurteilen.»

Keine Scham vor der Untersuchung

Bei einem erhöhten PSA-Wert folgt meistens eine digitale rektale Untersuchung (DRU) – digital bedeutet mit dem Finger, rektal den Enddarm betreffend. Disteldorf weiss, dass diese Untersuchung bei vielen Patienten schambehaftet ist und unangenehm sein kann, beruhigt aber: «Es geht schnell, ist informativ und für uns Routine.» Normalerweise fühlt sich die Prostata fest und weich an wie der Handballen, bei Krebs ertastet der Arzt verhärtete Knoten. Das ist aber nicht immer der Fall, sagt Disteldorf: «Wir können bei der rektalen Untersuchung nicht immer die ganze Prostata abtasten – wenn die Drüse zu gross ist, der Tumor an einer verborgenen Stelle liegt oder zu klein ist, spüren wir nichts.» Deshalb kann die DRU Prostatakrebs nicht in jedem Fall bestätigen oder ausschliessen.

Therapie nicht immer nötig

Verstärkt sich aufgrund des PSA-Werts und der DRU der Verdacht auf Prostatakrebs, wird eine Prostatabiopsie empfohlen. Disteldorf erklärt: «Mit einem Ultraschall oder der Kombination aus Ultraschall und MRI erhalten wir ein genaues Bild der Prostata.» Das KSB nutzt das kombinierte Verfahren der Prostatabiopsie aus MRI und Ultraschall als eines der ersten Spitäler in der Schweiz. Es ermöglicht, Lage und Grösse des Tumors deutlich exakter zu beurteilen.

«Die rektale Untersuchung geht schnell, ist informativ und für uns Routine.»
Daniel Disteldorf

Das anschliessende Prozedere kann je nach Art und Aggressivität des Tumors sehr unterschiedlich sein: Bei einem weniger aggressiven Krebs reicht oft eine aktive Überwachung (Active Surveillance). Disteldorf: «Der Krebs wächst in sehr vielen Fällen nur langsam und wird den Betroffenen voraussichtlich bis ans Lebensende keine grösseren Beschwerden verursachen. Deshalb ist eine aktive Behandlung oft nicht nötig.» Bei einem aggressiven Tumor hingegen ist eine aktive Therapie notwendig. Als aktive Therapieverfahren haben sich die radikale Prostata-Entfernung wie auch die Bestrahlung etabliert. Je nach Lage und Art des Prostatakrebses steht auch das HIFU-Verfahren zur Verfügung. Damit wird die Tumorregion innerhalb der Prostata mit hochfokussiertem Ultraschall gezielt behandelt. Dabei bleibt die Prostata erhalten. Disteldorf: «Es ist ein risikoarmes Verfahren, eignet sich aber nicht in jedem Fall. Dies muss man individuell abklären.» Bei einem fortgeschrittenen Prostatakrebs kommen Medikamente zum Einsatz, die lindern, aber nicht heilen können.

Nach seiner Einlieferung als Notfall wegen eines Zusammenbruchs entdeckten die KSB-Ärzte bei Peter Mosbacher nicht nur die Ursache für den Kollaps, sondern auch Prostatakrebs. Hier erzählt er seine Geschichte.

Hilfe für Vorsorge und Beratung

Haben Sie ein erhöhtes Risiko für Prostatakrebs? Oder möchten Sie sich gerne zur Vorsorgeuntersuchung informieren lassen? Die Experten der Urologie beraten Sie gerne.






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