Symbolbild eines Mannes mit der Krebsschleife

Vorsorgeuntersuchung der Prostata: So läuft sie ab

Bei der Prostatakrebs-Vorsorge setzt das KSB auf einen Methodenmix. Teil davon ist die digital-rektale Untersuchung – das mit dem Finger im Hinterteil. Warum einem das keine Angst machen muss und was sonst noch zur Früherkennung gehört, erfahren Sie hier.

Der erste Schritt in der Früherkennung eines möglichen Prostatakarzinoms ist ein PSA-Test. Dazu entnimmt eine Fachperson zuerst Blut aus einer Armvene. Im Labor wird dieses dann untersucht. PSA, kurz für Prostata-spezifisches-Antigen, ist ein Protein, das die Prostata herstellt. Ist zu viel davon im Blut, so besteht ein erster Verdacht auf Krebs in der Prostata.

Allerdings steigt dieser Wert auch bei einer Entzündung oder gutartigen Vergrösserung der Prostata und weist deshalb nicht zwingend auf Krebs hin. Daniel Disteldorf, Urologe am KSB, sagt: «Insbesondere ein starker und plötzlicher Anstieg des PSA-Wertes ohne Beschwerden kann ein Zeichen für Prostatakrebs sein. Dies lässt sich am besten im Vergleich zu früheren Messungen beurteilen.»

Die Prostata,

auch Vorsteherdrüse genannt, ist eine kleine Drüse unterhalb der Harnblase. Sie ist etwa so gross wie eine Kastanie und kann vom Enddarm aus ertastet werden. Die Prostata gibt Prostata-spezifisches-Antigen (PSA) frei. Das ist ein Eiweiss, welches das Ejakulat dünnflüssiger und die Spermien beweglicher macht. Ausserdem produziert die Vorsteherdrüse ein Sekret, welches etwa 30 Prozent der Samenflüssigkeit ausmacht. Und sie reguliert, ob durch die Harnröhre Urin oder Sperma fliessen soll. Frauen haben keine Prostata.

Keine Scham vor der Untersuchung

Bei einem erhöhten PSA-Wert folgt meistens eine digitale rektale Untersuchung (DRU) – digital bedeutet mit dem Finger, rektal den Enddarm betreffend. Der Urologe zieht einen Kunststoff-Handschuh an und bestreicht einen Finger mit Gleitmittel. Diesen führt er dann etwa drei Zentimeter in den Anus des Patienten ein und ertastet so die Prostata. Disteldorf weiss, dass die Tastuntersuchung bei vielen Patienten schambehaftet ist und unangenehm sein kann, beruhigt aber: «Die Untersuchung geht schnell, ist für die Früherkennung sehr informativ und für uns Routine.» Auch Schmerzen verursacht die Untersuchung nicht.

Normalerweise fühlt sich die Prostata fest und weich an wie der Handballen. Ein Karzinom hingegen fühlt sich an wie verhärtete Knoten. Doch manchmal entgehen diese den Fachleuten, sagt Disteldorf: «Wir können bei der rektalen Untersuchung nicht immer die ganze Prostata abtasten. Wenn die Drüse zu gross ist, der Tumor an einer verborgenen Stelle liegt oder zu klein ist, spüren wir nichts.» Deshalb kann die DRU Prostatakrebs nicht in jedem Fall bestätigen oder ausschliessen.

Biopsie zur Früherkennung

Verstärkt sich aufgrund des PSA-Werts und der DRU der Verdacht auf Prostatakrebs, wird eine Biopsie empfohlen. Bei dieser werden einige Gewebeproben aus der Prostata entnommen und auf Tumorzellen untersucht. Das KSB nutzt für die Biopsie als eines der ersten Spitäler in der Schweiz eine Kombination zwischen MRI und Ultraschall. Die generierten Bilder der beiden Technologien bilden die Prostata sehr genau ab. Das ermöglicht, punktgenaue Gewebeproben zu entnehmen.

Beobachten statt operieren

Das anschliessende Prozedere kann je nach Art und Aggressivität des Tumors sehr unterschiedlich sein: Bei einem weniger aggressiven Prostatakarzinom reicht oft eine aktive Überwachung (Active Surveillance). Disteldorf: «Der Krebs wächst in sehr vielen Fällen nur langsam und wird den Betroffenen voraussichtlich bis ans Lebensende keine grösseren Beschwerden verursachen. Deshalb ist eine aktive Behandlung oft nicht nötig.»

«Die rektale Untersuchung geht schnell, ist informativ und für uns Routine.»
Daniel Disteldorf

Bei einem aggressiven Tumor hingegen ist eine aktive Therapie notwendig. Als aktive Therapieverfahren haben sich die Bestrahlung als auch die radikale Prostata-Entfernung etabliert. Diese Operation wird häufig mit dem Da-Vinci-Operationsroboter durchgeführt. Je nach Lage und Art des Prostatakrebs steht auch das HIFU-Verfahren zur Verfügung. Damit wird die Tumorregion innerhalb der Prostata mit hochfokussiertem Ultraschall gezielt behandelt. Dabei bleibt die Prostata erhalten. Disteldorf: «Es ist ein risikoarmes Verfahren, eignet sich aber nicht in jedem Fall. Dies muss man individuell abklären.» Bei einem fortgeschrittenen Prostatakrebs kommen Medikamente zum Einsatz, die lindern, aber nicht heilen können.

Jährlich erkranken in der Schweiz etwa 6000 Männer an Prostatakrebs. Es ist die meistverbreitete Art von Krebs bei Männern. Mögliche Symptome von Prostatakrebs sind Schmerzen beim Urinieren, Blut im Urin oder häufiger Harndrang. Dies können auch Anzeichen einer gutartigen Prostatavergrösserung sein. Deshalb sollte man diese Beschwerden von einem Urologen abklären lassen.

Mit dem Alter steigt das Risiko, ein Karzinom in der Prostata zu entwickeln. Ausserdem gibt es genetische Faktoren: Sind Verwandte ersten Grades – also Vater, Bruder oder Sohn – an Prostatakrebs erkrankt, so besteht ein erhöhtes Risiko. In der Frühphase verläuft die Erkrankung unbemerkt. Ärzte empfehlen Personen mit erhöhtem Risiko deshalb regelmässige Untersuchungen zur Früherkennung ab dem 45. Lebensjahr. Allen anderen Männern ab dem 50.

Wegen eines Zusammenbruchs musste Peter Mosbacher in den Notfall. Dort entdeckten die KSB-Ärzte nicht nur die Ursache für den Kollaps, sondern auch Prostatakrebs. Hier erzählt er seine Geschichte.

Hilfe für Vorsorge und Beratung

Haben Sie ein erhöhtes Risiko für Prostatakrebs? Oder möchten Sie sich gerne zur Vorsorgeuntersuchung informieren lassen? Die Experten der Urologie beraten Sie gerne.






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