Omarthrose: Karim Eid mit einem künstlichen Schultergelenk

Schulterarthrose: Wenns knirscht und knackt im Gelenk

Die Schulter ist das beweglichste Gelenk des Körpers. Arthrose schränkt diese Beweglichkeit allerdings stark ein. Wenn konservative Massnahmen die Beschwerden nicht lindern, hilft eine Prothese. Orthopädie-Chefarzt Dr. Karim Eid erklärt die grossen Fortschritte bei Schulterprothesen in den vergangenen Jahren.

«Eine Schulterarthrose ist nicht nur extrem schmerzhaft. Man kann sie sogar hören: Bei jeder Bewegung des Gelenks knackt es», erklärt Dr. Karim Eid, Orthopädie-Chefarzt am KSB. Schulterarthrose ist ein häufiges Leiden. Dabei hat sich die Knorpelsubstanz zwischen Oberarmkopf und der Schultergelenkpfanne so weit abgenutzt, dass die beiden Knochen direkt aufeinander treffen. «Man kann sich das vorstellen wie zwei Bimssteine, die ohne irgendeine Gleitschicht aneinander scheuern», so Karim Eid.

Verschleiss der Schulter

Betroffen von Arthrose sind überwiegend ältere Menschen. Aber es kommt auch vor, dass 40-Jährige wegen einer Schulterarthrose die Sprechstunde von Karim Eid aufsuchen. Meist ist die Arthrose dann Folge eines Traumas. Das kann beispielsweise ein Bruch des Oberarmkopfes oder des Schulterblattes sein. Auch eine Verletzung der Rotatorenmanschette kann eine Arthrose begünstigen. Die Rotatoren sind ein Muskelring, der die Schultern umgibt. Sind diese Muskeln beschädigt, verliert das Schultergelenk an Stabilität. Das kann die Gelenkstellung verändern und die Arthrose fördern.

«Verläuft die Operation ideal, lässt sich die Schulter mit dem künstlichen Gelenk wieder so gut bewegen wie vor der Arthrose.»
Karim Eid

Meist wird die Schulterarthrose, auch Omarthrose genannt, zunächst mit Schmerzmitteln behandelt. Auch Spritzen mit Kortison oder Gleitmitteln wie Hyaluronsäure können helfen. Bedingt lindere auch Physiotherapie die Beschwerden, sagt Karim Eid.

«Manchmal schaffen wir es mit diesen konservativen Methoden, eine Operation um einige Jahre hinauszuzögern.» Wenn die Schmerzen jedoch unerträglich sind, ist eine Operation nötig. Dabei wird entweder nur der Gelenkkopf durch eine Prothese ersetzt oder aber das gesamte Schultergelenk. «Verläuft die Operation ideal, lässt sich die Schulter mit dem künstlichen Gelenk wieder so gut bewegen wie vor der Arthrose.»

Faszination für den menschlichen Bewegungsapparat

Karim Eid kam 1963 in Ägypten zur Welt, aufgewachsen ist er in der Schweiz. Sein Vater war Ingenieur und Eid vermutet, dass er dessen Interesse für Mechanik geerbt hat. Und über die Jahrzehnte konnte er allerhand medizinische Entwicklungen miterleben. Besonders eindrücklich findet er die Verbesserungen bei den Schulterprothesen. «In diesem Bereich hat sich in den vergangenen 15 Jahren wahnsinnig viel getan», sagt der Schulterspezialist. Die Fortschritte macht er vor allem an folgenden drei Punkten fest.

Exakte Nachbildung des Schultergelenks

Früher gab es einige wenige Standardgrössen. Heute wird das Schultergelenk für die Prothese genau vermessen. Zudem sind die Prothesen modular. Das heisst, sie bestehen aus unterschiedlichen Elementen, die eigens für den Patienten gefertigt sind. Die Daten lassen sich per Computertomografie gewinnen. «Mit den heutigen künstlichen Schultergelenken kann man die Anatomie der Schulter eins zu eins nachbilden», fasst Karim Eid zusammen. Gleiches gilt für Prothesen anderer Gelenke.

«Mit den heutigen künstlichen Schultergelenken kann man die Anatomie der Schulter eins zu eins nachbilden.»
Karim Eid

Operationsplanung mit 3-D-Simulation

Das Einsetzen eines künstlichen Schultergelenks dauert anderthalb bis zwei Stunden. Ehe Karim Eid mit einer Operation beginnt, plant er den Eingriff am Computer. Simuliert in 3-D, bewegt er das Gelenk am Bildschirm. So sieht er, wo Probleme auftauchen könnten: Wo ist ein Millimeter Abstand mehr nötig? Und wo wäre ein anderer Winkel besser? Anschliessend weiss Eid genau, wie er das neue Schultergelenk einsetzen wird.

Längere Haltbarkeit

Künstliche Gelenke bestehen aus Titan, Keramik oder Polyethylen. «Aufgrund der verbesserten Materialqualität halten die Gelenke deutlich länger», sagt der Schulterspezialist. Wie lange genau, lasse sich nie vorhersagen. Das sei von Patient zu Patient unterschiedlich. «Aber immerhin: 90 Prozent der heute eingesetzten Schultergelenke sind nach zehn Jahren noch drin. Das wäre früher undenkbar gewesen.»

Der Schulterspezialist

Eingriffe an der Schulter sind das Spezialgebiet des Orthopädie-Chefarztes Dr. Karim Eid. Erfahren Sie mehr über die Leistungsangebote in diesem Bereich.






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