Pollenflug im Frühling löst Heuschnupfen aus

Heuschnupfen statt Frühlingsgefühle: Was tun?

Alles blüht, alles spriesst – alles niest. Heuschnupfen ist ein weitverbreitetes Übel. Für Pollenallergiker ist der Frühling die Zeit der triefenden Nase und der roten Augen. Aber es gibt Möglichkeiten, den Heuschnupfen zumindest ein bisschen in Schach zu halten.

Es ist die Headline, auf die Pollenallergiker seit Jahrzehnten warten: «Aufatmen: Nie mehr Heuschnupfen dank Spezialschokolade!». Nun befinden wir uns leider nicht im pollenfreien «Frischluftonesien», sondern mitten im Schweizer Frühling, der bei manchen eben nicht nur jährliche und libidobedingte Gefühlsexplosionen auslöst, sondern in erster Linie Symptome wie eine laufende Nase, Juckreiz in Gaumen und Ohren, entzündete Augen und immer wieder: «Ha-haaa-haaaaa-tschi!». Willkommen in der Frühlingshölle! Viele trifft die Allergie vor allem zwischen April und August, die Pollen einiger später blühenden Pflanzen verbreiten sich gar im Herbst noch in der Luft.

Was löst Heuschnupfen aus?

Heuschnupfen ist eine Form von allergischem Schnupfen. Dabei gelangen kleinste Pollen von verschiedenen Bäumen, Büschen, Gräsern und Kräutern auf die Schleimhäute von Nase, Augen und Mund. Bei Allergikern reagiert dann das Immunsystem übermässig auf Eiweisse auf den Pollen, sogenannte Allergene. Es identifiziert die eigentlich harmlosen Eindringlinge als Gefahr und setzt Antikörper darauf an.

Bereits ein paar Dutzend herumfliegende Birkenpollen pro Kubikmeter Luft können einen allergischen Anfall auslösen. Ein blühender Baum aber setzt Millionen von Pollen frei.

Rufen die Pollen Antikörper auf den Plan, werden verschiedene Botenstoffe ausgeschüttet, die unter anderem Entzündungsprozesse auslösen. Blutgefässe weiten sich, Schleimhäute schwellen an, die Folgen sind eine laufende Nase, tränende Augen und Niesreize. Bei manchen Menschen kann Heuschnupfen auch wiederkehrenden Husten oder allergisches Asthma auslösen.






Das hilft bei Heuschnupfen

Wie kann man Heuschnupfen bekämpfen?

Heuschnupfen sollte stets von einer Allergologin, einem Allergologen abgeklärt werden. Die Pollenallergie kann mit einer Desensibilisierung ursächlich angegangen werden. In diesem Überblick sehen Sie die beiden Möglichkeiten, die eine Spezifische Immuntherapie (SIT) bietet:

Subkutane Immuntherapie (SCIT): Geht unter die Haut

Die Therapie beginnt normalerweise in der pollenfreien Zeit im Herbst, kommt aber auch kurzfristig vor der Allergiesaison zum Einsatz. Dabei werden in regelmässigen Abständen Allergene vom Arzt gespritzt. Die Dosis wird laufend gesteigert. Ziel ist es, das Immunsystem ans Allergen zu gewöhnen, sodass sich die Reaktion abschwächt. Die Chancen stehen gut, dass während und nach einer SIT weniger Beschwerden auftreten und weniger zusätzliche antiallergische Medikamente nötig sind. Die ganzjährige SIT dauert mindestens drei Jahre und eignet sich unter anderem nicht für Patienten mit Autoimmunkrankheiten oder schwangere Frauen. Ausnahme: Ist der Start der Therapie bereits vor der Schwangerschaft erfolgt, kann die SIT weitergeführt werden. Generell können Nebenwirkungen wie örtliche Reizungen, Schwellungen und in seltenen Fällen allergische Reaktionen auftreten.

Sublinguale Immuntherapie (SLIT): Tröpfchenweise besser

Diese Behandlung ist als Tröpfchen- oder Tablettentherapie möglich. Dabei werden Tröpfchen oder Tabletten unter die Zunge geträufelt beziehungsweise gelegt. Bei guter Verträglichkeit kann dieses Vorgehen einmal täglich während dreier Jahre praktiziert werden. Als Nebenwirkungen können Jucken, Brennen sowie Schwellungen an den Lippen, im Mund und im Rachen auftreten.

Eine Frau schnäuzt sich

Ihr «Hausarzt» im Spital

Machen Heuschnupfen und andere Formen von Allergien das Leben schwer? Lassen Sie sich in unserer ambulant internistischen Sprechstunde beraten. Wir legen grossen Wert auf eine persönliche und integrative Betreuung und bieten ein breites Spektrum an interdisziplinären Abklärungen und Behandlungen an.

Weitere Informationen unter ksb.ch/sprechstunde.






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