Schnappfinger: eine Hand mit einem gebeugten Ringfinger.

Schnappfinger ambulant operiert

Planbar, wirtschaftlich und sicher – ambulante Eingriffe sind auf dem Vormarsch. Wie ein solcher Eingriff abläuft, erzählt Patient Heinz.

«Jedes Mal, wenn ich meine Hand zur Faust ballte und sie dann wieder öffnen wollte, passierte es», erzählt Heinz. «Ich konnte den Ringfinger der linken Hand nicht mehr strecken.» Dieser sei erst unter grossem Druck wieder in eine gestreckte Position «gespickt». Tendovaginitis stenosans nennt sich diese Erkrankung, die umgangssprachlich als Schnappfinger, Spickfinger oder schnellender Finger bezeichnet wird. Handchirurgen sehen diese Erkrankung sehr häufig, ihre Ursache ist allerdings unklar.

«Anfangs trat der Schnappfinger nur am Morgen auf», erzählt Heinz. «Danach passierte es immer öfter und tat auch weh.» Zudem behinderte der Schnappfinger den passionierten Pétanque-Spieler bei seinem Hobby. Daher suchte er seinen Hausarzt auf. Dieser hegte rasch den Verdacht, dass es sich um einen Schnappfinger handeln könnte, und überwies Heinz an Dr. Christina Stathakis, Handchirurgin im KSB.

Das passiert bei einem Schnappfinger

Sind die Beugesehnen eines Fingers über dem beugeseitigen Grundgelenk (am Übergang von der Hohlhand zum Finger) verdickt, können sie nicht mehr frei durch das dortige Ringband gleiten. Dadurch entsteht das typische «Schnappen» oder «Spicken», wenn der Finger gebeugt oder gestreckt wird. Die verdickte Sehne kann mit entzündungshemmenden Medikamenten therapiert werden. Möglich ist auch ein operativer Eingriff, bei dem das betroffene Ringband durchtrennt wird.

Ambulante Operation notwendig

«In der Sprechstunde hat Dr. Stathakis meinen Finger untersucht und schnell festgestellt, dass der Hausarzt mit seinem Verdacht richtig lag», sagt Heinz. «Sie hat mir mit einer Zeichnung einfach erklärt, was bei einem Schnappfinger passiert.»

In einem ersten Schritt empfahl Dr. Stathakis Heinz eine Behandlung mit Kortison. Das Medikament beseitigt die Entzündung und kuriert die Beschwerden bei rund der Hälfte der Patienten mit Schnappfinger dauerhaft. «In meinem Fall hat das leider nicht geklappt», sagt Heinz. «Daher riet mir Dr. Stathakis zu einer ambulanten Operation im KSB-Kubus

In 15 Minuten operiert

Knapp zwei Wochen später rückt Heinz morgens um acht Uhr nüchtern im ambulanten Operationszentrum im Kubus ein. Nach der Besprechung mit dem Anästhesisten zieht sich Heinz um – blaues Hemdchen, Socken mit Gummistopper und eine Haube. Er legt sich auf das Bett und wird in den hellen OP geschoben. «Dort hat mich Dr. Stathakis begrüsst», erzählt Heinz. «Die Atmosphäre war sehr angenehm, und ich habe mich gut aufgehoben gefühlt.» Dann geht’s los: Checkliste durchgehen, Lokalanästhesie setzen, Arm und Hand desinfizieren, ein fünf Zentimeter langer Schnitt, Ringband durchtrennen, zunähen. «Nach 15 Minuten war ich wieder draussen», sagt Heinz.

«Ein solcher ambulanter Eingriff gleicht eigentlich schon einem Zahnarztbesuch.»
Heinz, Patient im KSB-Kubus

Unkomplizierte Nachsorge

«Im Aufwachraum habe ich einen Kaffee und eine Stärkung bekommen», erzählt Heinz. «Nach einer halben Stunde hat auch Dr. Stathakis nochmals nach mir gesehen.» Nach diesem letzten Kontrollcheck und mit den entsprechenden Anweisungen konnte Heinz den Kubus wieder verlassen. Eine Stunde nach dem ambulanten Eingriff liess die Wirkung der Lokalanästhesie nach, und das Gefühl in der Hand war wieder da. Schmerzen hatte Heinz keine. «Mir ging es so gut, dass ich direkt ins Büro ging», erzählt Heinz. «Auch während der Zeit im Kubus habe ich mich gut gefühlt – informiert, sicher und umfassend betreut.»

Vier Wochen nach dem Eingriff zieht der Hausarzt die Fäden, weitere vier Wochen später geht Heinz zur Nachkontrolle bei Dr. Stathakis. «Da ich keine Beschwerden mehr hatte und auch die Narben gut verheilt waren, war sie sehr zufrieden», sagt Heinz. Auch er ist zufrieden und schmerzfrei. Er lacht und meint: «Ein solcher ambulanter Eingriff gleicht eigentlich schon einem Zahnarztbesuch.»

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