Illustration von Blutgefässen

KSBedia «Angiologie»

Welche Blutgefässe gibt es in unserem Körper? Wie entstehen Krampfadern? Und was genau ist ein Raucherbein? KSBedia beantwortet Ihre Fragen.

Im interdisziplinären Gefässzentrum des Kantonsspitals Baden werden Patienten mit angiologischen Erkrankungen von Spezialisten verschiedener Fachrichtungen beurteilt, beraten und behandelt. Doch womit genau beschäftigt sich der Fachbereich der Angiologie? Unsere Rubrik KSBedia klärt auf.

Was ist Angiologie?

Der Begriff stammt aus dem Griechischen: angeīon bedeutet Gefäss, logos bedeutet Lehre. Bei der Angiologie (Lehre von den Gefässen) handelt es sich um ein Teilgebiet der Medizin, das sich mit Erkrankungen von Blut- und Lymphgefässen beschäftigt (zum Beispiel Krampfadern oder Thrombose). Lymphgefässe ähneln Blutgefässen. Anstelle von Blut transportieren sie die im Gewebe befindliche Flüssigkeit (Lymphe) ab.

Welche Blutgefässe gibt es?

Bei den Blutgefässen unterscheidet man zwischen dem zuführenden und dem wegführenden Anteil des Kreislaufsystems.

  • Arterien: Arterien sind Blutgefässe, die das Blut vom Herzen wegführen. Im Körperkreislauf transportieren sie sauerstoffreiches Blut. Weil man bei grossen Arterien den Puls des Herzens spüren kann, werden sie auch Schlagader oder Pulsader genannt. Arterien verzweigen sich in kleinere Arterien, diese wiederum über Arteriolen in sogenannte Kapillaren (Haargefässe). Arterien enthalten nur 20 Prozent des gesamten Blutvolumens.
  • Aorta: Die Aorta ist die grösste Arterie im Körper und wird auch Hauptschlagader genannt. Bei einem erwachsenen Menschen ist die Aorta etwa 30–40 cm lang und hat einen Durchmesser von 2,5–3,5 cm.
  • Venen: Venen, auch Blutadern genannt, sind Blutgefässe, die das sauerstoffarme Blut zurück zum Herzen führen. Bei einem erwachsenen Menschen transportieren sie täglich rund 7000 Liter Blut zum Herzen zurück – die Beinvenen müssen dabei das Blut gegen die Schwerkraft zum Herzen befördern. Dabei hilft ihnen die Fuss- und Beinmuskulatur, die als natürliche Pumpe fungiert. Die Venenklappen sorgen dafür, dass das Blut nicht zurückfliesst. Für die Gesundheit der Venen ist der Gebrauch der Fuss- und Beinmuskulatur entscheidend: Treppensteigen, Spazierengehen, Wandern oder Schwimmen halten die Muskelpumpe aktiv und verbessern die Durchblutung.

Wie entstehen Krampfadern?

Krampfadern sind knotig-erweiterte oberflächliche Venen, bei denen die Venenklappen nicht mehr funktionieren. Wenn Krampfadern (Fachbegriff: Varizen) vorliegen, spricht man fachsprachlich von einer Varikose. Krampfadern entstehen durch eine Veranlagung zu schwachen Venenwänden, durch ungenügenden Druck des umliegenden Gewebes und durch mangelnde Bewegung. Langes Sitzen oder Stehen sorgt für mehr Blut in den Beinen. Dadurch werden die Venen so weit gedehnt, dass die Venenklappen nicht mehr richtig schliessen – das Blut fliesst der Schwerkraft folgend Richtung Fuss. Bei Krampfadern sind die Beinvenen deshalb gefüllter, was ihnen ihr Erscheinungsbild verleiht.

Was ist ein Raucherbein?

Als Raucherbein bezeichnet man umgangssprachlich eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK). Im Gegensatz zu Krampfadern handelt es sich dabei um eine Störung der arteriellen Durchblutung der Extremitäten, vor allem der Füsse und der Beine. Raucher haben ein erhöhtes Risiko, an dieser Durchblutungsstörung zu erkranken. Da die Beine zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe erhalten, beginnen sie in einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung zu schmerzen. Patienten können deshalb keine längeren Strecken am Stück mehr bewältigen und müssen immer wieder anhalten, weshalb man umgangssprachlich auch von der Schaufensterkrankheit spricht.

Was ist ein diabetischer Fuss?

Das diabetische Fusssyndrom, umgangssprachlich oft als «diabetischer Fuss» bezeichnet, tritt am häufigsten bei Patienten mit Diabetes Typ 2 auf. 15 Prozent der Fälle haben angiologische Ursachen (etwa eine PAVK) und werden durch eine Schädigung der Gefässe und die daraus folgenden Durchblutungsstörungen der Extremitäten verursacht. Symptome sind kalte Füsse, verdickte Nägel, pergamentähnliche/bläulich-blasse Haut am Vorfuss, Druckstellen und Wadenschmerzen oder -krämpfe beim Gehen.

Was ist eine Thrombose?

Bei dieser Gefässerkrankung bildet sich ein Blutgerinnsel (Thrombus) in einem Blutgefäss. Die Blutgerinnung ist ein Schutzmechanismus des Körpers, denn sie schützt den Körper bei einer Verletzung vor dem Verbluten. Das Blut verklumpt und schliesst so die Wunde. Ausserhalb dieses Gerinnungssystems sollte das Blut in unverletzten Gefässen nicht verklumpen, sondern ungehindert fliessen. Hier bedeuten Gerinnsel störende Hindernisse für den Blutstrom und können Embolien verursachen. Generell können Thrombosen in allen Gefässen auftreten, meistens handelt es sich jedoch um eine Thrombose der Venen. Risikofaktoren für eine Thrombose sind unter anderem die Pille, Tabakkonsum, Bewegungsmangel und Übergewicht.

Was ist eine Angioplastie?

Bei diesem minimalinvasiven Verfahren werden verengte oder verschlossene Blutgefässe erweitert beziehungsweise wieder geöffnet. Häufig verwendet man dazu einen Ballonkatheter, der in die Engstelle (Stenose) eingeführt und dann aufgeblasen wird. So wird die Verengung beseitigt. Die Angioplastie wird unter anderem bei verengten Becken- und Oberschenkelarterien oder bei einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (Raucherbein) angewandt.

Angiologie am KSB

Das interdisziplinäre Team des Gefässzentrums am KSB begleitet Sie von der Abklärung bis zur Therapie von Gefässkrankheiten. Erfahren Sie mehr über das Angebot.






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