Lymphdrüsenkrebs: Frau betastet ihren Hals

Nach Lymphdrüsenkrebs wieder voll im Leben

Ramona Binder bekam mit 25 Jahren überraschend die Diagnose Lymphdrüsenkrebs. Im Video schildert die zweifache Mutter, wie es ihr nach der Krebserkrankung heute geht.

«Meine Lymphknoten am Hals waren etwas geschwollen», erinnert sich Ramona Binder an den Tag, als sie erstmals die Symptome bemerkte. «Aber ich dachte mir nichts dabei. Alle um mich herum waren erkältet.» Und so nahm sie an, dass ihre Lymphknoten eifrig dabei wären, Grippeviren abzuwehren, und deshalb geschwollen waren.

Chemo- und Strahlentherapie bei Lymphdrüsenkrebs (Malignes Lymphom)

Ein Trugschluss, wie sich später herausstellen sollte. Denn als die Lymphknoten kurz darauf weiter anschwollen, suchte die damals 25-Jährige den Notfall des KSB auf. Und wurde nach ersten Abklärungen direkt an Clemens Caspar, den Chefarzt Onkologie/Hämatologie am KSB, überwiesen. Dieser stellte nach umfassender Untersuchung die Diagnose Hodgkin-Lymphom. Dies ist eine Untergruppe des Lymphdrüsenkrebses. «Der Lymphdrüsenkrebs ist eine Erkrankung der Lymphzellen, das sind die Immunzellen unseres Körpers. Diese vermehren sich krankhaft», erläutert Clemens Caspar. «Es gibt mehrere Arten von Lymphdrüsenkrebs. Beim Hodgkin-Lymphom haben alle Therapien das klare Ziel der Heilung. Dies im Gegensatz zu anderen, schwerer therapierbaren Krebsarten wie den wenig bösartigen Non-Hodgkin-Lymphomen, die nur sehr langsam wachsen. Bei diesen Lymphomen geht es vor allem darum, das weitere Wachstum des Tumors gut zu kontrollieren.» Denn beim Non-Hodgkin-Lymphom könne man seltener eine Heilung erzielen, aber sehr viele Jahre gut damit leben.

Portraitbild von Clemens Caspar, Chefarzt Onkologie und Hämatologie
«Bei jungen Frauen achten wir wegen der Fruchtbarkeit auf eine tiefe Strahlenbelastung.»
Clemens Caspar, Chefarzt Onkologie und Hämatologie

Lymphdrüsenkrebs mit möglichst wenig Strahlung therapieren

Die Therapie selbst hängt von der Ausdehnung des Lymphdrüsenkrebses ab. «Meist kommt eine Kombination von Chemo- und Strahlentherapie zum Einsatz», so der Krebsspezialist. Wobei man gerade bei jungen Frauen versuche, die Strahlentherapie möglichst gering zu halten. Dies, um die Fruchtbarkeit möglichst wenig zu beeinträchtigen. «Bei Frau Binder war dies möglich. Denn der Tumor sprach sehr gut auf die Chemotherapie an.»

Mögliche Symptome beim Hodgkin-Lymphom: 

– geschwollene Lymphknoten (meist schmerzlos)

– trockener Husten

– Kurzatmigkeit

– Fieberschübe

– anhaltende Müdigkeit

– Gewichtsabnahme

– starkes Schwitzen in der Nacht

– Juckreiz

Nur eine ärztliche Untersuchung kann feststellen, ob die Symptome, die auch bei anderen Krankheiten auftreten können, tatsächlich im  Zusammenhang mit Lymphdrüsenkrebs stehen.

Die Nachsorge ist beim Lymphdrüsenkrebs besonders wichtig

Die Nachsorge von Patienten mit Lymphdrüsenkrebs richtet sich nach der Art des Krebses. «Zu Beginn finden die Kontrollen gewöhnlich alle drei Monate statt, später in grösseren Abständen», sagt der erfahrene Onkologe. Dabei untersucht Clemens Caspar die Patienten stets körperlich und achtet auf allfällige neu aufgetretene vergrösserte Lymphknoten. Auch ein Röntgenbild kann weitere Infos zum Zustand des Patienten liefern. Zudem schaut Caspar, ob es aufgrund der Therapie Komplikationen gibt und ob es zu möglichen Spätfolgen kommt. «Diese versuchen wir so früh wie möglich zu erkennen. So können wir ihnen gut begegnen und Abhilfe schaffen.»

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Onkologie am KSB

Sind Ihre Lymphknoten in der Leiste, am Hals oder in den Achselhöhlen auffällig geschwollen? Dies kann ein Hinweis auf eine Krebserkrankung sein. Lassen Sie die Knoten von einem KSB-Experten untersuchen.

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