Verschiedene Hüftprothesen aufgereiht

Aktiv und schmerzfrei mit Hüftprothese

Seit Jahrzehnten setzen Chirurgen ihren Patienten künstliche Gelenke ein. Mit zunehmendem Erfolg: Die Prothesen halten länger und ermöglichen den Patienten mittlerweile ein völlig normales Leben. Das liegt vor allem an zwei Faktoren, sagt Orthopäde Tobias Bühler.

Elfenbein und Nickelstahl – das waren die Bestandteile des ersten künstlichen Gelenks. 1890 setzte der Berliner Chirurg Themistocles Glück einem Patienten das erste künstliche Kniegelenk ein. Rasch stellte sich jedoch heraus, dass sich die Materialien nicht für diese Anwendung eigneten. Auch die ersten implantierten Hüftprothesen waren nicht alle von Erfolg gekrönt. So penetrierte die 1943 von Austin Morre eingesetzte Hüftkopfprothese langsam, aber stetig das Becken. Jene der Gebrüder Judet bestand aus Plexiglas, was einen hohen Abrieb an den beweglichen Teilen zur Folge hatte und schliesslich zu gefährlichen Lockerungen führte.

Bessere Materialien, längere Lebensdauer

«Glücklicherweise haben wir in den letzten Jahrzehnten erhebliche Fortschritte bei den künstlichen Gelenken gemacht», sagt Tobias Bühler, Leitender Arzt Orthopädie am KSB. Das betrifft vor allem die Qualität und Auswahl der Materialien. «Heute setzen wir in der Deutschschweiz vorwiegend Hüftprothesen aus einer Kombination von Kunststoffen und Keramik ein», sagt Hüftspezialist Bühler. «Bei den gängigen Modellen besteht die Hüftpfanne aus hochvernetztem Polyethylen und der Hüftkopf aus Keramik.» Diese modernen Materialien machen die Hüftprothese härter, dadurch reduziert sich der Abrieb stark. «Deshalb dürften Hüftprothesen heute eine Lebensdauer von deutlich über 25 Jahren haben», sagt Tobias Bühler.

Je nach Land oder Region unterscheiden sich die Materialien der Hüftprothesen. «In den USA setzte man beispielsweise eine Zeit lang Prothesen mit einem Hüftkopf und einer Hüftpfanne aus Metall ein. Das führte zu einem massiven Abrieb», erzählt Tobias Bühler. «Das bedeutete nicht nur einen frühzeitigen Ersatz der Prothese, sondern auch ein erhebliches gesundheitliches Risiko für die Patienten.»

Austausch der Hüftprothese

Trotz der erhöhten Lebensdauer der Gelenkprothese muss sie unter Umständen nach einigen Jahren ausgetauscht werden. Denn Abrieb und Verschleiss der Prothese können zu einer Entzündung oder einer Lockerung führen. Letztere entsteht durch den Abrieb. Dabei vermindert sich die Knochensubstanz, indem sich Prothese und Knochen aneinanderreiben. «Momentan tauschen wir noch viele der alten Prothesen mit einer kürzeren Lebensdauer aus», sagt Tobias Bühler. «Mit der richtigen Operationstechnik ist das kein Problem. Wichtig ist, dass man versucht, kein grösseres Implantat einzusetzen und knochenschonende Materialien zu verwenden.»

Ein Modell einer eingesetzten Hüftprothese im Skelett

Immer mehr künstliche Hüftgelenke

Die Hüftprothese ist das am häufigsten eingesetzte künstliche Gelenk in der Schweiz. Mittlerweile erhalten rund 20 000 Patienten pro Jahr ein künstliches Hüftgelenk – viel mehr als noch vor einigen Jahren. Für die Zunahme gibt es mehrere mögliche Gründe: Zum einen werden die Menschen immer älter, Gelenke, Sehnen, Bänder und Knochen nutzen sich immer mehr ab. Zudem sind viele Senioren körperlich aktiver als früher, wodurch sich Abnützungen stärker zeigen und die Menschen vermehrt einschränken.

Schnellere Erholung

Nicht nur die Qualität der Prothesen, auch die Operationstechnik hat in den vergangenen Jahrzehnten grosse Sprünge gemacht. «Dank dem minimalinvasiven Vorgehen schonen wir die Muskulatur, und die Hüftprothese kann sofort leicht belastet werden», sagt Tobias Bühler. Nach der Operation ist es wichtig, sich rasch wieder zu bewegen, damit die Muskulatur nicht schrumpft. «Entsprechend schnell erholt sich der Patient. Nach zwei bis drei Monaten merken die meisten keinen Unterschied zu einem normalen Gelenk – zu Zeiten der ersten Gelenkprothesen war das noch undenkbar.»

Gelenkprothesen am KSB

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