Radio-Onkologe Istvan Takacs

Strahlentherapie hilft auch gegen Arthrose

Strahlentherapie ist eine wirksame Massnahme bei Krebs. Aber sie kommt auch bei degenerativen Gelenkerkrankungen zum Einsatz. Radio-Onkologe Istvan Takacs vom KSB erklärt, weshalb die Strahlen ungefährlich sind und wie sie Gelenken wieder auf die Sprünge helfen.

Die 95-jährige Patientin konnte sich wegen ihrer Schulterschmerzen nicht mehr die Haare kämmen. Auch beim Ankleiden brauchte sie Hilfe. Nach einer Strahlentherapie ist sie nun wieder selbstständig und schmerzfrei. Istvan Takacs, Leitender Arzt Radio-Onkologie am KSB, hat die ältere Dame behandelt. Er erzählt: «Ich war selbst überrascht: Die Arthrose bestand seit Jahrzehnten, und nach nur sechs Bestrahlungen waren die Beschwerden wie weggeblasen – und die Beweglichkeit war deutlich besser als zuvor. Das verbessert die Lebensqualität enorm.»

Ärzte sprechen bei Arthrose oder Entzündungen in Gelenken von degenerativen Gelenkbeschwerden. Häufig treten sie in Knie, Hüften und Schultern auf, aber auch Finger- und Fussgelenke oder Ellbogen sind davor nicht gefeit.

Arthrose zunächst konservativ behandeln

Als Erstes entscheidet man sich meistens für eine konservative Massnahme wie Physiotherapie. Wenn das die Beschwerden nicht lindert, greift man im nächsten Schritt zu lokal gespritzten Rheumamedikamenten. Istvan Takacs sagt: «Diese wirken gegen die Entzündungen und mindern die Schmerzen. Das hält aber nicht immer langfristig an.» Helfen auch die Injektionen nicht mehr, rät Istvan Takacs zur Strahlentherapie.

Bekannt ist die Strahlentherapie vor allem aus der Krebstherapie: Die Strahlen treffen gebündelt auf die Krebszellen, hemmen deren Wachstum und zerstören sie. Gesunden Zellen kann die Therapie wenig anhaben, denn diese reparieren sich selbst wieder und bekommen kaum Strahlen ab.

Tanzen nach der Strahlentherapie

Bei degenerativen Gelenkbeschwerden zerstören die Strahlen keine Zellen, denn sie sind über zehnmal niedriger dosiert. In dieser Stärke hemmen sie deshalb nur die Entzündung im Gelenk und fördern die Durchblutung. Das lindert die Schmerzen. In einer ersten Serie sind jeweils sechs Bestrahlungen während dreier Wochen geplant. Zwei Monate nach Abschluss beurteilen Istvan Takacs und seine Kollegen den Erfolg: Ist die Entzündung abgeklungen? Gingen die Schmerzen zurück? Nahm die Beweglichkeit zu? Der Arzt erinnert sich an eine 78-jährige Frau: Nach der sechsten Sitzung erzählte sie ihm, dass sie sich früher wegen der Schmerzen zum Einkaufen regelrecht aufraffen musste. «Und jetzt geht sie mit ihrer Freundin Cha-Cha-Cha tanzen.» Es sprechen aber nicht alle Patienten so gut auf die Therapie an. Je nach Gelenk, Beschwerdedauer und -ausprägung ist möglicherweise eine zweite Serie nötig.

«Ich war selbst überrascht: Die Arthrose bestand seit Jahrzehnten, und nach nur sechs Bestrahlungen waren die Beschwerden wie weggeblasen.»
Istvan Takacs

Therapie ohne Nebenwirkungen

Für die Bestrahlung eignen sich alle Gelenke. Istvan Takacs empfiehlt die Therapie noch vor einer Operation: «Eine OP birgt immer Risiken – Blutungen, Schmerzen oder Wunden, die schlecht oder gar nicht heilen. Bei der Strahlentherapie treten keine Nebenwirkungen auf.» Viele Patienten seien zwar zunächst etwas kritisch, denn hochdosierte Strahlen können tatsächlich das Gewebe schädigen oder Krebs begünstigen. «Aber in der Therapie sind die Strahlen sehr niedrig dosiert, sodass dieses Risiko nicht besteht.» Zudem ist nach zwei Serien mit je sechs Sitzungen Schluss: «Wenn sich die Beschwerden danach nicht gebessert haben, ist eine weitere Bestrahlung des Gelenks nicht sinnvoll.» Dann wird meistens eine Operation nötig.

Strahlentherapie gegen Arthrose

Leiden Sie an einer schmerzhaften, degenerativen Gelenkerkrankung? Informieren Sie sich direkt beim KSB, wenn Sie an einer Behandlung interessiert sind oder Sie eine Zweitmeinung wünschen.

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