Christian Grob lebt seit drei Monaten mit einem künstlichen Hüftgelenk

Künstliches Hüftgelenk: Sofortige Verbesserung

Bei Christian Grob wurde im Sommer ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt. Heute ist er wieder zu hundert Prozent arbeitsfähig, treibt Sport und hat den Entscheid für den Eingriff noch keine Sekunde bereut.

Angefangen hatte es im Januar dieses Jahres nach dem Unihockey-Training. Die Schmerzen verschwanden nach kurzer Zeit wieder, und Christian Grob dachte sich nichts weiter dabei. Bis zum nächsten Training, das erneute Schmerzen auslöste. «Von diesem Zeitpunkt an wurde es nicht mehr besser», sagt er rückblickend. Zunächst glaubte er an einen Leistenbruch, obwohl bei ihm eine leichte Fehlstellung der Hüfte bereits als Kind festgestellt worden war. Das Gelenk selber verursachte zunächst allerdings keinen Schmerz. Der Gedanke an eine Hüftarthrose ist für einen 40-jährigen Sportler zudem nicht gerade naheliegend – werden Hüftprobleme doch eher mit einem höheren Alter assoziiert.

Ein niederschmetternder Befund

Mitte März suchte Christian Grob erstmals seinen Hausarzt auf. Einen Leistenbruch konnte dieser zwar ausschliessen, aber auch die Röntgenbilder ergaben keinen eindeutigen Befund. Erst ein MRI brachte schliesslich Klarheit über die Ursache. «Der Befund war ziemlich niederschmetternd», erinnert sich Grob. Er litt unter Hüftarthrose und einem angerissenen Knorpel, beides ausgelöst durch die bereits bekannte Fehlstellung des Hüftgelenks. Die verordnete Physiotherapie brachte nicht den gewünschten Effekt, die Schmerzen wurden im Gegenteil immer stärker.

Schmerzen bestimmen den Alltag

Für den beigezogenen Orthopäden war dann schnell klar, dass eine Operation und damit ein künstliches Hüftgelenk mittelfristig unumgänglich sein würden. Das wollte Christian Grob zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht wahrhaben, und so versuchte man es zunächst mit Kortisonspritzen. Eine nicht nur unangenehme, sondern in seinem Fall auch weitgehend wirkungslose Behandlung. Bald quälten ihn die Schmerzen auch nachts und bestimmten zunehmend seinen Alltag. Morgens ging er früher aus dem Haus, um rechtzeitig am Bahnhof zu sein, und seine sportlichen Aktivitäten musste er auf ein Minimum reduzieren. Für den ehemaligen Nati-B-Unihockeyaner ein massiver Einschnitt. Er begann, sich ernsthaft mit der Möglichkeit einer Operation auseinanderzusetzen. «Vor einer endgültigen Entscheidung wollte ich aber unbedingt eine zweite Meinung einholen und vereinbarte einen Termin an der Schulthess-Klinik.»

Erkenntnis in den Ferien

Zuvor plante er aber noch, mit Frau und Kindern zwei Wochen Ferien in den Bergen zu verbringen. Dort zeigte sich dann das ganze Ausmass des Problems. Nicht nur konnte er kaum mehr länger als eine halbe Stunde am Stück gehen, sondern stürzte auch noch eine Treppe hinunter – vermutlich wegen des instabilen Gelenks. Da wurde ihm klar, dass er jede Option wahrnehmen musste, die eine Aussicht auf ein schmerzfreies Leben bieten konnte. Kurzerhand liess er die Zweitmeinung sausen und vereinbarte noch während der Sommerferien einen Operationstermin am Kantonsspital Baden beim Leitenden Arzt und Hüftspezialisten Tobias Bühler.

«Jetzt geht es aufwärts»

Anfang August wurde Christian Grob operiert. Dank minimalinvasiver OP-Techniken kann das operierte Bein unmittelbar nach dem Eingriff wieder voll belastet werden. Dadurch kann bereits am Tag nach der Operation mit einfachen Gehübungen begonnen werden. Die meisten Patienten sind nach einigen Tagen soweit stabil, dass eine Entlassung möglich ist. Auch Christian Grob war nach vier Tagen wieder zu Hause und mähte sogleich den Rasen im Garten. «Das war vielleicht nicht so gut», meint er lachend, «aber eine Verbesserung war eigentlich sofort spürbar.» Physisch, vor allem aber psychisch. Vor dem Eingriff habe er eigentlich nur noch darauf gehofft, dass die Schmerzen nicht noch schlimmer würden. Täglich recherchierte er zudem stundenlang zum Thema, das seinen Alltag zunehmend bestimmte und einschränkte. «Das hat schon sehr viel Energie gekostet», sagt er rückblickend. Nach dem Eingriff sei ihm hingegen schnell bewusst geworden, dass es von nun an tatsächlich aufwärtsgehen würde – auch wenn das Bein nach einem längeren Spaziergang geschwollen war oder die Operationsnarbe schmerzte.

Die Vorsicht im Kopf

Der Heilungsprozess verlief auch in der Folge konstant. Schon bald verschwanden die nächtlichen Schmerzen, und das Gehen fiel täglich leichter. Nach knapp drei Wochen stand er wieder vor einer Klasse an der Baugewerblichen Berufsschule in Zürich, und nach sieben Wochen arbeitete er wieder im vollen Pensum. Auch seine sportlichen Aktivitäten hat er wieder aufgenommen, auf dem Velo oder beim Joggen erreicht er bereits wieder ansprechende Leistungen. Bei anderen Sportarten – Badminton, Tennis und vor allem Unihockey – hält er sich allerdings noch zurück, weil die Belastung für das Hüftgelenk grösser ist. Die Vorsicht ist vor allem dem Kopf geschuldet, denn aus Sicht des behandelnden Arztes Tobias Bühler wären grundsätzlich alle Sportarten erlaubt. «Er hat nur gemeint, ich solle nicht gleich einen Basejump machen», sagt Grob grinsend. Sobald er wieder Lust auf Badminton hat, wird er sich diesbezüglich aber nicht mehr zurückhalten, Belastung hin oder her. «Ich möchte weiterhin das tun, was mir Freude macht.» Im Moment steht für ihn aber einfach die neu erlangte Lebensqualität im Vordergrund, und er will die jetzige Situation nicht vergleichen mit der Zeit, als er noch schmerzfrei war.

Arthrose: Wann ist eine künstliche Hüfte nötig?

Schweizweit leiden rund 5 Prozent der Bevölkerung an einer Hüftarthrose. Bei den meisten Patienten tritt diese erst nach dem 50. Lebensjahr auf. In einem frühen Stadium der Arthrose empfehlen Ärzte häufig eine konservative Behandlung mit Krankengymnastik, Medikamenten oder Orthopädietechnik. Ob eine Operation erforderlich ist, beurteilt der Arzt anhand der Faktoren Schmerz, Röntgenbild, Funktionseinschränkung und Einschränkung der Lebensqualität. Zu lange warten sollte man indes nicht: Ist der Knochen bereits geschädigt, wird der Eingriff komplizierter und belastender.
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